ProChrist 2000

ProChrist in Bonn, 19.-25. März 2000

mit allen Predigten von Parzany !

Planungsblatt Stand: 29.9.99
Örtlicher übergemeindlicher Trägerkreis:
Leiter:                                    Thomas Schirrmacher         Tel: 9650385
Geschäftsführer:                   Peter Heyderhoff                  fon+fax: 251457
Gebetsleiter:                         Jürgen Dietrich                     Tel: 02225-946204
Schulungsleiter:                    Andreas Hildebrandt           fon+fax: 02226-914051
Veranstaltungsleiter Nord:  Andreas Hildebrandt           fon+fax: 02226-914051
Veranstaltungsleiter Mitte:  Reiner Schirmer                   Tel: 454344
Veranstaltungsleiter Süd:    Mario Wahnschaffe              Tel: 692603

Veranstaltungsorte für ProChrist:
Nord:              Saal der FEG, Hatschiergasse 12
Mitte:              Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, Wegelerstraße
Süd:               Aula des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, Max-Planck-str. 24

Schulungen:
“So wird Ihr Christsein ansteckend”  (2 Seminare à 4 Stunden, Samstags)
Termine: 1. Seminar:      6.11.99,   9-13h      (A.Hildebrandt)         oder
13.11.99, 14-18h     (T.Schirrmacher)
2. Seminar:    20.11.99,   9-13h      (A.Hildebrandt)         oder
27.11.99, 14-18h     (P.Heyderhoff)
Ort: Hatschiergasse 12

“Seminar für Seelsorge-Mitarbeiter”  (verbindlich) (3 Abende á 90 min, Freitags)
Termine: 28.1.2000, 19.30-21.00 h
4.2.2000, 19.30-21.00 h
11.2.2000, 19.30-21.00 h
Ort: Baumschulallee 33a

Teilnehmende Gemeinden:
Unterstützen den Trägerkreis personell, materiell und finanziell,
stellen Seelsorge-Mitarbeiter,
bilden einen Evangelisationsausschuß, der die Gemeinde motiviert,
und die Mitarbeit koordiniert.
Nichtteilnehmende Gemeinden:
Benennen eine Bezugsperson,
und beteiligen sich an der Öffentlichkeitsarbeit.

2005ALLE PREDIGTEN von ProChrist 2000

Predigt von Ulrich Parzany am 19. März 2000
Unbegrenzte Möglichkeiten – Wie kann unser Leben gelingen?

Meinen Sie nicht auch, ein großer Papierkorb ist wichtig im Leben? Sogar mein Computer hat einen. Die Frage ist nur: Was gehört in den Papierkorb und was nicht? Das gilt nicht nur für Sachen, das gilt heute besonders für Lebensstile. Wir haben heute in jeder Hinsicht schier unendlich viele Angebote und Möglichkeiten.
Die Züchtung von Menschen und Menschenteilen als Ersatzteillager für Transplantationen wird bald möglich sein. Die Erbanlagen der Menschen können im Labor vor der Zeugung verändert werden. Solange es noch einen Unterschied gibt, wollen wir auch haben, erleben und tun, was andere schon haben, erleben und tun. Was aber gehört in den Papierkorb und was nicht? Stehe ich zum Schluss vor einem gefüllten Papierkorb und einem verfehlten Leben?

Gehören Sie zu den Gewinnern mit genug Geld, um viele Möglichkeiten zu nutzen? Oder gehören Sie zu den Verlierern, die sich mühsam gegen den Neid wehren oder schon bitter sind?
Es gibt einen doppelten Druck: Ich muss erstens alles selber entscheiden. Heute ist jeder für sich selbst verantwortlich. Jeder steht unter einem starken Druck, weil er alles allein schaffen muss. Und zweitens arbeitet die Zeit gegen uns. Viele werden von einer Lähmung befallen, weil sie sich nicht entscheiden können. Aber die Zeit läuft. Das Mehr-Fieber treibt (Ehrgeiz, Angst, Habgier, Sorge, Neugier, Minderwertigkeitsgefühle, Machthunger). Wir erleben eine widersprüchliche Lage: Wir sind fast am Ziel unserer Träume. Alles ist möglich. Wir benehmen wir uns schon, als wären wir Gott. Aber uns graut manchmal.

Die Bibel sagt uns: Gott ist da. Wo? In Jesus ist er Mensch geworden. Sie finden eine Geschichte im Markusevangelium, Kapitel 14,32-42.
Wir lesen dort: Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani hieß. Jesus sagte seinen Jüngern: ”Bleibt hier sitzen, während ich beten gehe!” Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Angst und Schrecken befielen ihn, und er sagte zu ihnen: ”Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. Bleibt hier und wacht!” Dann ging er noch ein paar Schritte weiter und warf sich auf die Erde. Er betete zu Gott, dass er ihm, wenn es möglich wäre, diese schwere Stunde erspare. ”Abba – lieber Vater”, sagte er, ”alles ist dir möglich! Erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen! Aber es soll geschehen, was du willst, nicht was ich will.” Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: ”Simon, du schläfst? Konntest du nicht eine einzige Stunde wach bleiben?” Dann sagte er zu ihnen allen: ”Bleibt wach und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt. Der Geist in euch ist willig, aber eure menschliche Natur ist schwach.”
Noch einmal ging Jesus weg und betete mit den gleichen Worten wie vorher. Als er zurückkam, schliefen sie wieder. Die Augen waren ihnen zugefallen, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
Als Jesus das dritte Mal zurückkam, sagte er zu ihnen: ”Schlaft ihr denn immer noch und ruht euch aus? Genug jetzt, die Stunde ist da! Jetzt wird der Menschensohn an die Menschen, die Sünder, ausgeliefert. Steht auf, wir wollen gehen; er ist schon da der mich verrät.”

Was hat diese Geschichte mit unserem Leben zu tun?
1. Jesus steckt in einer entsetzlichen Krise. Welchen Weg soll er wählen? In dieser Zerreißprobe lebt er ganz aus der Beziehung zu Gott, dem Schöpfer der Welt. Er redet ihn so vertrauensvoll an, wie wir das nie wagen würden: ”Abba” – das ist so wie Papa. Eins ist dadurch klar: In dem Wahnsinnsstrudel der Weltgeschichte hilft nur die Beziehung zum ewigen Gott. Er ist der Festpunkt außerhalb des Durcheinanders. Er setzt den Rahmen und die Maßstäbe. Weniger hilft nicht.

2. Nun sagen Sie: ”Diese Beziehung habe ich aber nicht.” – Das ist unser Problem. Genau aus diesem Grund geht Jesus diesen schweren Weg. Wir alle haben die Beziehung zu unserem Schöpfer verloren. Wir haben die Verbindung zerbrochen. Wir wollten selber Gott spielen. Und jetzt gehen wir an unserer selbstgemachten Überforderung, an unserem Allmachtswahn zugrunde.

3. Jesus betet: ”Abba – lieber Vater, alles ist dir möglich!” Wenn Gott Gott ist, muss er doch allmächtig sein, oder? Er muss doch alle Wahlmöglichkeiten haben. In dieser schrecklichen Nacht von Getsemani wird klar: Aber der allmächtige Gott weiß nur eine Möglichkeit, um die Beziehung zu den Geschöpfen wieder zu heilen. Er selbst wird Mensch in Jesus, den er zum Menschensohn-Weltrichter eingesetzt hat, und geht den schweren Weg in den Tod am Kreuz. Dieser Tod ist die Hölle. Er ist die Gottesferne. An unserer Stelle macht Jesus durch, was wir eigentlich verdient haben.

4. Sie wundern sich vielleicht, dass Jesus in dieser Geschichte eine ziemlich schlechte Figur macht. ”Angst und Schrecken befielen ihn, und er sagte zu ihnen: ”Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. Bleibt hier und wacht!” Aber das ist genau der Punkt. Der allmächtige Gott, dem alle Möglichkeiten offen stehen, der geht aus Liebe in die erbärmliche Lage seiner geliebten Menschen. Das ist die Allmacht seiner Liebe. Er zieht sich alles an, was uns Menschen kaputt macht.

5. Die Freunde von Jesus sind wie gelähmt. Aber auch das ist unser Schicksal: Die Lähmung durch Überforderung. Die Schüler von Jesus waren voller guter Absichten. Aber sie können nicht mal die Augen aufhalten.

6. Jetzt hat die unübersichtliche Welt mit den Millionen Wahlmöglichkeiten plötzlich eine Mitte, ein Orientierungskreuz.

Was folgt daraus für uns? Wie kann unser Leben gelingen?
Was bedeutet das für unsere Lage in der Welt der zigfachen Wahlmöglichkeiten?

1. Vergib uns unsere Schuld! Alles, was uns von Gott trennt, nimmt Jesus uns weg, wenn wir darum bitten. Er hat die Konsequenzen getragen. Er kann uns das Trennende, die Sünde, vergeben. Sünde, all der Dreck, der uns von Gott, der Quelle des Lebens trennt. Selbstgerechtigkeit, Lüge, Habgier, Ehebruch, Diebstahl, Betrug, Unbarmherzigkeit zum Beispiel. Das alles muss weg, damit wir die Verbindung zu Gott bekommen.

2. Unser Vater im Himmel! Wir können dadurch eine Vertrauensbeziehung zum ewigen Gott haben. Wir dürfen wie Jesus ”Abba – lieber Vater” sagen. Jesus lehrt uns zu beten: ”Unser Vater im Himmel”. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er für unser begrenztes Leben liebevolle Absichten hat. Ich brauche also keine panische Angst mehr zu haben, ich könnte das Leben verpassen. Ich darf getrost mein besonderes, begrenztes, reiches Leben leben.

3. Dein Wille geschehe! Am Kreuz hat Gott Ja und Nein gesagt. Er hat radikal Nein gesagt zu allem, was unser Leben zerstört. Gott selbst hat den Überblick. Darum sagt er uns durch sein Wort, was unser Leben fördert und was es zerstört. Wir müssen nicht mehr besserwisserisch in unserer Kurzsichtigkeit beharren. Wir dürfen zielstrebig fragen: Herr, was ist dein Wille und Plan für mein Leben?

So wird unser Leben gelingen:
Sie fragen: ”Wer sagt mir, dass das stimmt?”
Gott hat Jesus selbst bestätigt. er hat ihn am übernächsten Tag nach der Kreuzigung vom Tod auferweckt. Damit hat Gott bewiesen, dass niemand und nichts mehr durchkreuzen kann, was Jesus gesagt und getan hat. Sogar sein Sterben ist ein Sieg. Der Sieg, der versöhnenden und verbindenden Liebe Gottes. Gott ist da.

Jetzt gilt für uns: Rausfinden, ob’s stimmt! Am Schluss der Geschichte in jenen schrecklichen Nacht sagt Jesus zu den gelähmten und überforderten Freunden: Steht auf, wir wollen gehen! Das ist ein befreiendes Machtwort gegen alle Überforderung und Lähmung. Er sagt nicht: ”Ihr schafft das schon, wenn ihr nur wollt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.” In dieser Nacht ist schrecklich klar geworden, dass die Menschen ihre großmäuligen Vorsätze nicht umsetzen können. Aber mit der Kraft seines Wortes richtet Jesus uns auf. So hat er es von Anfang an gesagt: ”Die Zeit ist erfüllt, und die Herrschaft Gottes ist herbeigekommen. Kehrt um und vertraut dem Evangelium, der rettenden Nachricht!” (Markus 1,15)

Und Menschen, die sich überschätzten oder unterschätzten, wurden bewegt, standen auf, änderten die Richtung ihres Lebens und folgten Jesus.
Jesus hat gesagt: ”Ich bin gekommen, um ihnen das Leben zu geben, Leben im Überfluss.” (Johannes 10,10b) Er kann es geben, weil er der Schöpfer und Erhalter des Lebens ist. Das Leben kann gelingen, wenn wir ihm vertrauen und auf ihn hören. Sie werden rausfinden, ob es stimmt, wenn Sie sich mit Jesus verbinden. Dann bitte ich Sie, dass Sie Ihr Leben nun auch ganz praktisch mit Jesus verbinden. Angelernte Traditionen und bloße Gedanken im Kopf machen noch kein Leben. Wenn die Furcht sie lähmt oder die Überforderung, dann hören Sie für sich persönlich, was Jesus in jener Nacht den von Überforderung gelähmten Freunden sagte: ”Steht auf, lasst uns gehn!”

Predigt von Ulrich Parzany vom 20. März 2000
Grenzenloses Elend – Abstumpfen oder abhelfen ?

Das Leid respektiert keine Grenzen. Es bricht überall ein. Bei Alt und Jung, Reich und Arm, Klugen und Dummen, Mächtigen und Ohnmächtigen.

Jeder versucht sich irgendwie zu wehren.

Soviel Ohnmacht und verzweifelte Abwehrreaktionen – allzu verständlich.
Man muss sich irgendwie schützen. Man muss hart werden und unempfindlich werden. Man muss abstumpfen, wenn man überleben will, oder?

Wer in helfenden Berufen tätig ist, kann nicht jeden Tod als den Tod der eigenen Mutter durchleiden.
Aber dass wir das Sterben total verdrängt und zum Tabu gemacht haben, ist offenbar auch keine Lösung. Wir werden unfähig zu leben, wenn wir das Sterben verdrängen. Es scheint, dass wir bei Bildern von Leid im Fernsehen gar nicht mehr zwischen Horrorunterhaltungsfilm und Nachrichtenwirklichkeit unterscheiden können. Wir schieben die Schreckensbilder unbewusst ins Unterhaltungsprogramm ab.

Wir haben viel mehr und genauere Informationen über das Leid in der Welt als frühere Generationen. Aber wir nehmen deshalb nicht stärker Anteil. Wir wissen eben keine Lösung. Wir sind völlig überfordert.

Was soll man anderes tun?
Gibt es eine Lösung? Kann man wirklich abhelfen?

Hier in Bremen läuft das hochinteressante Musical Jekyll & Hyde nach der Novelle ”Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” von Robert Louis Stevenson, dem Verfasser  der Schatzinsel.

Der junge Arzt Dr. Henry Jekyll schwört am Bett seines todkranken Vaters im St.Jude Hospital in London 1885 eine Medizin zu finden, welche diesen aus Wahnsinn und Umnachtung zu befreien vermag. Seine These ist: Es muss doch möglich sein, das Gute und Böse im Menschen zu trennen und die Menschheit dadurch von allen Übeln zu erlösen. Er findet das Elixier JH7. Das Hospital lehnt Menschenversuche ab. Er erprobt das Mittel an sich selbst.

Die Erlösung soll aus der Chemie kommen. Alles ist machbar. Henry Jekyll verwandelt sich in seinen unberechenbaren Gegenspieler Edward Hyde. Er folgt nur seiner zerstörerischen Lust. Die dunklen Mächte sind freigesetzt. Das Experiment gerät außer Kontrolle. Er mordet blindwütig aus Rache. Ganz London ist in Angst und Schrecken versetzt.

Das Musical drückt auf erschütternde Weise das Ringen des modernen Menschen mit dem Leid aus. Er will sich nicht von irgendeinem Gott trösten lassen. Die Vertreter der Religion kommen in dem Musical als verkommene und verlogene Fratzen vor. Aber in einer Schlüsselszene schreit der Mensch, der Gott spielen wollte, verzweifelt: ”Gott, erlöse uns!”

Ich hatte allerdings eine Gänsehaut, als ich das Musicaltheater verließ. Ich sah mich mit den vielen schicken Leuten. Wir hatten uns dieses erschütternde Thema als festlich unterhaltsames Programm ”reingezogen”. Dabei brannten doch jetzt die Fragen: Gibt es Erlösung? Hört Gott unseren Schrei?

Ja, es trifft Reiche und Arme, Kluge und Dumme, Alte und Junge. Kein Unterschied in Religion, Kultur, Bildung, Nation, Beruf. Tausend Fragen, stammelnde Antwortversuche. Was bleibt anderes als Abstumpfung durch Gewöhnung?

Und da wagen wir einfach zu behaupten?

Gott ist da.

Die Bibel berichtet von dem Mann Hiob. Er musste alles durchmachen, was man sich an schrecklichem Leid vorstellen konnte. Er verlor seinen Besitz, seine Kinder, seine Gesundheit. Seine Frau gibt ihm den Rest mit der bitteren Aufforderung: ”Hältst du noch immer fest an deiner Frömmigkeit? Sage Gott ab und stirb!” (Hiob 2,10)

Drei Freunde besuchen ihn und wollen ihn trösten. Das Beste, was sie tun, ist:
Sie ”saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.” (2,13). Hiob verflucht den Tag seiner Geburt. Die Freunde fangen an zu reden – alles, was einem Menschen einfallen kann. 33 Kapitel lang berichtet die Bibel über Reden der Freunde und Antworten Hiobs. Es bringt alles nichts. Zum Schluss streicht Gott selbst die Tröstungsversuche der Freunde durch: ”Ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.”(42,7)

Aber dann hört Hiob, wie Gott selbst zu ihm redet. Lauter Fragen, keine Erklärungen: ”Ich will dich fragen, lehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gründete?” (38,3f). Hiob verstummt vor Gott: ”Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.” (40,4) Und dann bekennt er: ”Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße (kehre um) in Staub und Asche.” (42,5f)

Gewissheit über Gott gibt es nur durch Begegnung mit Gott.

Gott besteht nicht aus menschlichen Argumenten. Und Argumente trösten nicht im Leid. Leid ist ja nicht ein Gedankenproblem im Kopf, eine ungelöste Mathematikaufgabe. Leid ist eine tiefe Verletzung unserer ganzen Person. Es reißt uns die Füße weg. Wir verlieren den sicheren Stand und den festen Halt.

Es ist wichtig, dass wir einander beistehen, auch wenn wir hilflose Helfer sind. Beistehen, einfach schweigend dabei sein. Leid macht so entsetzlich einsam. Die Leute meiden einen, weil sie nicht übers Wetter reden möchten. Sie spüren: Das ist nicht angemessen. Aber was Gescheites fällt ihnen auch nicht ein. Also bleibt man lieber weg.

Festen Halt in den Stürmen des Leides kann nur Gott selbst geben. Ob Sie nun gute oder schwere Zeiten in Ihrem Leben durchmachen, geben Sie sich nicht damit zufrieden, Gott nur vom Hörensagen zu kennen.  Aber was haben wir mehr als Zweite-Hand-Informationen? Auch was ich Ihnen sage, ist für Sie Information aus zweiter Hand. Aber die Frage ist, ob sie sich damit zufrieden geben oder abfinden. Sie könnten sagen: ”Das ist ja nur deine Meinung. Wer bist du, dass ich dir glauben sollte?” Sie können es bei dieser Skepsis bewenden lassen. Sie werden keine Gewissheit über Gott finden. Sie wollen es gar nicht.

Aber auch wenn Sie mir glauben, nützt Ihnen das nichts. Wenn es hart auf hart kommt oder heiß wird, schmelzen meine Argumente weg wie Schnee in der Sonne.

Ob Sie misstrauisch sind oder Sympathie für das fühlen, was ich sage, Sie müssen doch selber zur Gewissheit kommen, ob Gott lebt und wer er ist.

65 Prozent der Deutschen – also zwei von drei Deutschen – glauben irgendwie an Gott. So die Ergebnisse von Umfragen im letzten Jahr. Die Vorstellungen sind allerdings sehr unterschiedlich und ungenau. Aber die eigentliche Frage lautet:

Wer ist Gott? Ist er der Schöpfer und Erhalter der Welt? Ist er eine namenlose kosmische Kraft? Gibt es ein persönliches Verhältnis zu Gott? Was will er von mir? Hat er etwas mit mir zu tun?

Nur 12 Prozent der Deutschen glauben an den Gott, wie die Bibel ihn vorstellt. Allerdings glauben 79 Prozent der Gottgläubigen an persönliche Schutzengel. Wie kommt das? Woher wissen sie so viel über Schutzengel, wenn sie angeblich über Gott nichts Genaues wissen. Wird hier der Wunsch zum Vater des Gedankens? Wir wollen selber die Eigentümer und Chefs unseres Lebens sein. Weil wir uns aber bedroht fühlen, legen wir uns ein paar Bodyguards zu, die uns schützen, die uns aber nicht vorschreiben, wie wir leben sollen.

Die Bibel sagt, dass Gott, der Schöpfer, sich uns in dem Menschen Jesus zu erkennen gegeben hat. Und die Bibel sagt, dass wir Gott persönlich kennen lernen können.

Ich lade Sie ein, rauszufinden, ob’s stimmt!

Kann man das nur im Leid rausfinden? Oder kann man das im Leid überhaupt rausfinden?

Leider fragen die meisten erst nach Gott, wenn ihre Lebenspläne durcheinander geraten.  Wenn eine Liebesbeziehung zerbricht, die Gesundheit gefährdet ist, der Arbeitsplatz verloren geht. Solange es halbwegs läuft, tun wir gedankenlos so, als hätten wir uns und alles selbst gemacht. Wir benehmen uns, als hätten wir Gegenwart und Zukunft selber fest im Griff.

Nicht wenige werden im Leid allerdings bitter und hart. Ich bin nicht so sicher, ob die Not automatisch das Beten lehrt. Viele fangen an zu klagen, anzuklagen und zu fluchen. Aber nun lassen Sie uns fragen: Wie kann ich rausfinden, wer Jesus wirklich ist, ob’s stimmt, dass er Gottes Offenbarung und der von Gott gesandte Retter für unser Leben ist?

Damit Sie nicht nur von meinen Argumenten abhängig sind, lese ich mit Ihnen einen Abschnitt aus der Bibel. In dieser Urkunde lässt Gott uns erklären, wer er ist und wie wir ihn finden können.

Es gibt eine sehr interessante Szene im Johannesevangelium 1,29 – 51. Ein Prophet namens Johannes der Täufer sieht Jesus an der Taufstelle am Jordan vorbeigehen.

Von der Ausgrabung dieser Taufstelle konnte man in den letzten Monaten viel in den Reiseteilen der Zeitungen lesen. Der Prophet zeigt auf Jesus: ”Siehe, das ist Gottes Opferlamm, das der Welt Sünde trägt!” Ein gewichtiger Satz. Dieser junge Mann soll von Gott geschickt sein, um alle Lasten, die unser Leben niederdrücken und zerquetschen, sich selbst auflädt und wegschleppt, damit wir frei gehen können. Gibt es denn das? Johannes sagt: ”Ja, der ist es. Ich habe gesehen, wie Gottes Geist selbst auf ihn gekommen ist.”

Zwei von den Schülern des Johannes hören das und wollen rausfinden, ob’s stimmt. Sie gehen hinter Jesus her. Jesus sieht sie und fragt: ”Was sucht ihr?” Die jungen Männer antworten mit einer Gegenfrage: ”Wo wohnst du, Rabbi?” Wo bist du zu Hause?

Eine sehr hintergründige, doppeldeutige Frage. In dieser Frage steckt die ganze Sehnsucht dieser Kerle. Man muss doch ein Zuhause haben. Man muss doch wissen, wozu man gehört. Wenn der uns die bedrückenden Lasten abnehmen kann, dann muss er ein Zuhause haben, das auch unser Zuhause werden kann.

Das ist nämlich das Schlimmste an allem Leid, dass wir uns plötzlich unendlich allein gelassen fühlen. Wir sind aus unserem Zuhause vertrieben. Das ist die größte Not in unserer Zeit. Wir wissen nicht mehr, wozu wir gehören. Die zigtausend Straßenkinder in aller Welt sind wirklich typisch für unsere Welt. So viele haben auch äußerlich kein Zuhause. Sie leben in Abwässerkanälen und Kellereingängen. Sie ernähren sich vom Diebstahl. Sie werden gejagt wie Ratten. Und viele, die eine warme Wohnung haben, sind doch seelisch heimatlos. Junge, die den Alten mit ihrer Aufsässigkeit lästig werden. Alte, die mit ihrer Schwäche den Jungen zur Last fallen. Aber irgendwo muss man doch zu Hause sein!

Mit dieser Schicksalsfrage kommen die jungen Männer zu Jesus. Jesus sagt ihnen: ”Kommt und seht!” Dann heißt es: ”Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm. Es war ungefähr vier Uhr nachmittags.” Sie haben sich diese Stunde genau gemerkt. Sie war entscheidend für ihr ganzes Leben. Ich wünsche mir, dass Sie sich diesen Abend genauso und aus dem gleichen Grund merken können.

Einer von beiden jungen Männern damals hieß Andreas. Der trifft seinen Bruder Simon und sagt ihm sofort, was er gerade kapiert hat: ”Wir haben den Messias gefunden.” Die Schlüsselfigur Gottes für die Rettung unseres Lebens. Und Sie wissen vielleicht, was aus diesem Simon, der von Jesus den Zunamen Petrus bekam, geworden ist. Es kann was aus dir werden, wenn du Jesus triffst.

Am nächsten Tag trifft Philippus, einer aus dem Team der neuen Nachfolger, einen sehr skeptischen Bekannten namens Nathanael und informiert ihn über Jesus. Der reagiert voll ablehnend. Er meint, die Herkunft von Jesus aus Nazareth spreche völlig gegen eine göttliche Bedeutung dieser Person. Er hat solide Gründe für seine Ablehnung. Wo kommt man auch hin, wenn man sich von jeder Begeisterungswelle mitschwemmen läßt. Aber Philippus diskutiert nicht lange. Er ist auch über die Kritik nicht beleidigt, sondern er fordert den Skeptiker ganz cool heraus: ”Komm und sieh es!” Als Nathanael sich auf die Begegnung mit Jesus einläßt, erlebt er eine Verwandlung seines Lebens. Jesus läßt ihn spüren, dass er die ganze Wahrheit des Lebens von Nathanael kennt. Nathanael sieht sich im Licht Gottes. Peinlich und befreiend zugleich. So ist die Wahrheit. Die Zweifel sind wie weggefegt: ”Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel.”

Solche Erfahrungen brauchen wir. Sie werden persönlich sehr unterschiedlich sein. Aber sie haben einige Elemente gemeinsam:

1. Am Anfang steht die Information über Jesus. Er ist die Schlüsselfigur.
2. Dann folgt die Entscheidung der Suchenden: Das will ich prüfen und genau wissen, ob’s stimmt.
3. Dann die Einladung: Komm und sieh! Man muss nicht alles blind schlucken. Sie sind eingeladen, mit Jesus Ihre Erfahrungen zu machen. Nur so kommen Sie zu Erkenntnissen, was mit ihm wirklich los ist.
4. Aus diesem Erstkontakt wird dann ein Lebensweg mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen.

Es geht durch schöne und schwere Zeiten. Das Vertrauen wird tiefer und tiefer. Es wird Belastungen und Zerreißproben ausgesetzt. Die letzte dieser Zerreißproben wird das Sterben sein. Dann wird sich erweisen, dass der auferstandene Jesus stärker ist als der Tod und dass niemand uns aus seiner Hand reißen kann.

Jesus möchte erreichen, dass Sie nicht nur selber einen festen Halt und ein sicheres Zuhause bei ihm haben. Sie sollen in dieser vom Leid geplagten Welt auch anderen einen Halt und ein Stück Zuhause bieten. Oft ist es nötig, eine Woche wie die Freunde Hiobs schweigend bei einem leidenden Menschen zu sitzen. Das Allernötigste aber ist, andere auf Jesus hinzuweisen. Er allein kann unseren gequälten und getriebenen Seelen ein ewiges Zuhause geben.

Sie werden sicher verstehen, warum ich alles auf die Person von Jesus zuspitze. Es sind nicht unsere Erkenntnisse oder Grundsätze, die Sie im grenzenlosen Elend vor dem Verrücktwerden oder dem Abstumpfen bewahren. Es ist die Person des gekreuzigten und auferstandenen Jesus, die uns ein Zuhause bei Gott, dem Vater, gibt.

Deshalb lade ich Sie ein: Komm und sieh! Das Zeichen des Kreuzes soll auch heute Abend der Treffpunkt für alle sein, die Gott ihre Antwort geben möchten.

Das Kreuz sagt: Gott sagt ja – auch in allem Leid. Das Lichtkreuz lädt Sie ein, Ihren Kummer, auch Ihre Bitterkeit, auch die schuldig gebliebene Liebe zu bekennen und um Vergebung zu bitten. Das Kreuz ist ein Zeichen für Verbindung mit Gott und mit den Menschen. Indem Sie kommen, nehmen Sie an, dass Jesus Sie mit Gott, dem Vater verbindet. Aber er verbindet Sie auch mit den Menschen im Leid. Sie sagen Gott: ”Ich bin bereit, Wunden zu verbinden. Mache mich zu einem Hilfsmittel deiner Barmherzigkeit.

Predigt von Ulrich Parzany am 21. März 2000
Grenzenlose Freiheit – Wo finde ich Schutz?

Nur lachend ertragen wir die Tragödien unseres eigenen Lebens. Was die nur an diesen Keksen findet? Meine Frau wird vom Killerinstinkt überwältigt, wenn sie Haribo-Bärchen sieht. Da müsste man sich den Tierschützern anschließen. Ich sag immer: ”Wie kann man nur?!”

Mir geht es eher wie dem Herrn Bundespräsidenten. Das heißt, ich weiß es nicht, ob es ihm als Bundespräsident noch so geht wie als Ministerpräsident. Der Hunger nach Erdnüssen läßt erst nach, wenn die Schale leer ist. Ich mache mir das jetzt leicht – ich weiß – , weil ich über Erdnüsse, Bärchen und Kekse lästere. Millionen in Europa gehen kaputt am Alkohol, an Medikamenten und anderen Drogen, an Nikotin, an Spielsucht, an Sexsucht.

Manches ist eine Folge des Überflusses. Aber die Alkoholsucht herrscht bei Armen und Reichen.

Wir geniessen die Freiheit, dass wir selbst angeblich bestimmen können, wo wir die Grenzen setzen. Nur, die Grenzen, die wir selber setzen, können wir auch selber wieder verändern. Das ist das Praktische daran. Oder das Verlogene und Katastrophale. Man könnte sich ja trösten, dass  es im Grunde keine grenzenlose Gier gibt. Irgendwann wird einem vom maßlosen Essen und Trinken schlecht, und dann ist Ende bzw. Rückwärtsgang. Die Grenze ist erreicht, wenn einem schlecht wird.

Das Risiko hat der Hotelier beim Brunch-Büffet einkalkuliert. Wenn aber eine Horde gefräßiger Teenies über das Büffet herfällt, kann es trotzdem knapp werden. Ohne Witz, Freiheit verkommt in Europa mehr und mehr zur Maßlosigkeit. Müssen wir abwarten, bis es ganzen Ländern schlecht wird, oder kann sich auch vorher was ändern?

Die Suchttherapeuten sind in dieser Hinsicht ja hart und illusionslos. Sie sagen, dass eine Wende im Verhalten des Süchtigen erst eintritt, wenn er ganz unten in der Gosse liegt. Erst dann ist der Leidensdruck so groß, dass er selber Verantwortung zu übernehmen bereit ist. Vorher belügt er sich und andere. Er hat immer nur ein Gläschen getrunken und kann angeblich völlig frei entscheiden, wann er aufhört.

Wer schützt uns vor unserer Freiheit?
Das ist eine echte Frage. Wir haben in den letzten 10 Jahren riesige Veränderungen in Europa und in der ganzen Welt erlebt, die wir z.T. vorher lange ersehnt haben. Noch nie waren in den letzten 2000 Jahren in Europa die Grenzen so offen wie heute. Man sollte meinen, nun geht es nach dem Motto ”Seid umschlungen Millionen”. Aber tatsächlich erleben wir, wie Menschen sich auf ihre überschaubaren vertrauten Räume, auf ihre Heimat zurückziehen. Denn die Grenzenlosigkeit macht auch Angst. Grenze bedeutet nicht nur Behinderung, Gefängnis. Sie bedeutet auch Schutz und Geborgenheit. Innerhalb der Grenzen liegt das Vertraute. Die Grenze schützt gegen Fremdes, das man fürchtet.

Das erleben wir auch im persönlichen Leben. Soziale Kontrollen durch die Familie, die Nachbarschaft im Dorf und in der Stadt sind weggefallen oder fallen mehr und mehr weg. Wir genießen die Freiheit der Lebensgestaltung. Aber die Freiheit hat ihren Preis. Die Einzelnen dürfen, aber sie müssen auch alles selber entscheiden. Und vor allem: Keiner kümmert sich um die Folgen. Jeder muss die Suppe, die er sich eingebrockt hat, auch selber auslöffeln. Für viele wird die gepriesene Freiheit zum Witz. Was nützt mir die grenzenlose Freiheit, wenn ich aus meiner Gefängniszelle nicht rauskomme? Oder aus dem Rollstuhl oder aus meinem Krankenbett oder aus meinen Schulden oder aus der Angst vor bestimmten Menschen, die mich bedrohen.

Freiheitswahn
Der Freiheitsrausch wird zum Freiheitswahn und wir nehmen nicht mehr zur Kenntnis, dass wir in entscheidenden Lebenssituationen keine Freiheit haben. Wir werden geboren. Daran können wir nichts beeinflussen. Wir werden früher oder später sterben. Wir wollen das nicht wahrhaben, deshalb verdrängen wir den Tod. Wir belügen uns einfach selbst. Das ist nicht besonders bekömmlich für das Leben. Vernünftig ist das auch nicht. Weil sich jeder in wenigen Minuten des Nachdenkens klarmachen kann, dass die Grundlagen des Lebens nicht durch Freiheit bestimmt sind. Wir müssen Sauerstoff atmen, um zu leben. Wir müssen essen und trinken. Wir müssen mit anderen Menschen ein Mindestmaß an Gemeinschaft haben, sonst können wir nicht leben.

Das heißt: Verlässliche Bindungen sind absolut lebensnotwendig. Das weiß jeder. Wer das missachtet, geht zugrunde. Unser Heißhunger auf Freiheit hat Gründe. Wir haben erlebt, dass es Bindungen gibt, die schnüren uns das Leben ab, die sind wie einen Strick am Galgen, wie Fesseln an Händen und Füßen. Alle Diktaturen sind als die wahre Freiheit verkauft worden. Deshalb sind wir mit Grunde misstrauisch.

Die Geschichte vom modernen Menschen
Die Bibel erzählt eine dramatische Geschichte von einem Mann, den ich für einen sehr typisch modernen Menschen halte. Zugegeben, die Sache ist etwas extrem. Aber es ist wie bei Karikaturen. Etwas wird stark überzeichnet, um die typischen Merkmale umso deutlicher herauszustellen.
Sie finden die Geschichte im Markusevangelium 5,1 – 20.

Freiheit total
Am Ostufer des Sees Genezareth, an den südlichen Golan-Höhen lebte dieser Mann ein sehr exzentrisches Leben. Er war totaler Individualist. Er wollte sich auf keinen Fall fremdbestimmen lassen. ”… niemand konnte ihn bändigen, nicht einmal mit Ketten. Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber jedesmal hatte er die Ketten zerrissen. Kein Mensch wurde mit ihm fertig.” ”Er schrie und schlug mit Steinen auf sich ein.” es machte ihm Lust, sich selbst zu quälen.

Sadomaso ist ja heute in. Sie können sich vorstellen, was die Eltern alles versucht haben. Dann die Lehrer, das Jugendamt, die Sozialarbeiter, schließlich die Polizei. Konsequente Selbstbestimmung, natürlich zu Lasten der anderen Menschen, die ja auch auf ein erträgliches Zusammenleben angewiesen waren. Der Mann hauste Tag und Nacht auf dem kommunalen Friedhof in den Felsgrabhöhlen. Diese Lebensweise war nur im offenen Grab möglich.

Ich hatte einen Freund, der war Alkoholiker und zugleich ein sehr guter Sänger. Er hat seine eigene Lebensgeschichte in einem Song mit dem Titel ”Leben im offenen Grab” beschrieben.

Fremdbestimmt und zerrissen
Jesus kommt mit seinen Freunden in einem Boot von Westen über den See Genezareth. Eigentlich wollte er etwas ausspannen, weil die Massen der Hilfesuchenden ihn Tag und Nacht belagerten. Als er den Fuß ans Ufer setzt, sieht ihn der Friedhofsmensch. Wie von einem Magnet angezogen stürzt er auf Jesus zu. Jesus hat zu allen Zeiten auf die von Sehnsucht nach Leben, das heißt nach Liebe und Freiheit, zerrissenen Menschen eine magnetische Anziehungskraft ausgeübt. Das ist auch heute so. Und das ist unsere Chance. Vielleicht hat Sie die Anziehungskraft hierher gebracht.

Der Mann wirft sich vor Jesus zu Boden wie man sich vor orientalischen Machthabern zu Boden warf. Mit der Körpersprache drückte man aus: Du bist der Herr; ich bin dir ganz zur Verfügung. Aber seine Worte sagten etwas ganz anderes. Er schrie: ”Jesus, du Sohn des höchsten Gottes, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!” Diese Zerrissenheit ist typisch für uns angeblich so selbstbestimmte Menschen. Auf der einen Seite haben wir eine Sehnsucht nach Jesus. Andererseits spüren wir die Widerstandskräfte in uns, die uns von ihm wegtreiben. Man hat einen Widerwillen gegen das Beten und die Bibel. Jesus fragt ihn: ”Wie heißt du?” Der Name ist nicht nur ein aufgeklebtes Schild. Der Name bezeichnet – jedenfalls in der Bibel – das Wesen der Person. Wer bist du wirklich?

Der Mann antwortet: ”Legion.” Nun gibt es wirklich originelle und auch absonderliche Namen. Aber ”Legion” ist die Bezeichnung für eine militärische Einheit der römischen Armee, die 6.000 Soldaten umfasste. Würden Sie ihren Sohn Division oder Bataillon nennen? Aber der Vater hatte den Sohn wohl ursprünglich anders genannt. Diese Selbstbezeichnung ist mehr eine Entlarvung der ganzen elenden Lebenswirklichkeit dieses Menschen. Da liegt er vor Jesus – zerrissen in seinen Widersprüchen! So dürfen wir kommen. Wir müssen nicht erst religiös Haltung annehmen. Wir dürfen vor Jesus ehrlich werden.

Wieviel Zerstörungsenergie ihn terrorisierte, wurde bald sichtbar. Jesus treibt mit dem Machtwort, dass nur er als Herr aller Herren sprechen kann, die Dämonen aus und lässt sie in die kommunale Schweineherde der Stadt Gadara fahren, die in der Nähe gehütet wurde. 2000 Schweine stürzten sich im Freiheitsrausch in den See Genezareth und ersoffen. Der verstorbene englische Satiriker Malcolm Muggeridge hat gemeint, die Schweine seien ganz im Sinne der Moderne vom ”pursuit of happiness” – vom Streben nach Glück – getrieben worden. Das sei bekanntlich ein Grundrecht des modernen Menschen. Und nichts ruiniere das Glück des Menschen so todsicher wie das direkte Streben nach Glück.

Erstaunliche Folgen
Nun die Folgen der Operation waren in mehrfacher Hinsicht erstaunlich. Die Schweinehirten stürzten entsetzt in die Stadt und berichteten vom abtauchen der Schweine. Der Bürgermeister und die Senatoren kamen, um den Schaden zu begutachten. Sie fanden den lange gefürchteten Mann ”ordentlich angezogen und bei klarem Verstand”. So heißt es wörtlich in der Bibel: ”Da befiel sie große Furcht.” So was. Hätten sie nicht wenigstens die Heilung eines Menschen würdigen können. Aber was ist schon ein Mensch gegen Tausende von Kilo Schweinesteak und Schinken? Höflich aber bestimmt fordern die Honoratioren der Stadt Jesus auf, die Gegend doch bitteschön zu verlassen. Nichts gegen das Christentum. Aber man muss es ja nicht übertreiben.

In Bremen wäre das Jesus sicher nicht passiert, nicht wahr? Aber man wird sehen, wie die Reaktionen sind, wenn Bremer Bürger sich nachhaltig und für andere erkennbar unter den verändernden Einfluss von Jesus begeben. Ich habe da andernorts schon Reaktionen erlebt, die hätte ich Leuten, die auch getauft und Kirchenmitglieder waren, nicht zugetraut. Die Sache mit der Freiheit hat eben auch eine traurige Seite. Jesus geht nämlich tatsächlich und lässt die Stadt Gadara in Ruhe. Er zwingt sich nicht auf. Sie hatte schließlich ihre Friedhofsruhe wieder.

Der Mann, der zu einer neuen Ganzheit seiner Person gekommen war, lebte die Freiheit. Wenn Gott da ist, kommt Leben in die Bude. Natürlich wollte er gar nicht mehr von Jesus weg. Aber Heilung ist kein Selbstzweck. Jesus schickt den Mann los: ”Geh zurück zu deinen Angehörigen und erzähl ihnen, was Gott an dir getan und wie er mit dir Erbarmen gehabt hat.” Der Mann hatte begriffen, was Freiheit ist, nämlich die Bindung den Herrn, der Schöpfer des Lebens ist und der deshalb das Leben zur Entfaltung bringt. Auf den horcht er von jetzt an sorgfältig. Die Bibel berichtet: ”Der Mann gehorchte und ging. Er zog durch das Gebiet der Zehn Städte und verkündete überall, was Jesus an ihm getan hatte. Und alle staunten.” Ein Leben kommt in Freiheit zu Entfaltung. Aber nicht auf Kosten und zu Lasten der anderen Menschen, sondern zu ihrem Nutzen. Er wird für die anderen eine Lebenshilfe, eine Kostprobe, ein Appetithappen der Barmherzigkeit Gottes.

Gott ist da. Rausfinden, ob’s stimmt!
Ich habe Ihnen diese Geschichte erzählt, weil ich von zweierlei überzeugt bin. Erstens dass unser Heißhunger nach Freiheit mindestens so stark ist wie bei dem Mann aus Gadara. Und zwar mit Selbsttäuschen und Sackgassen und allen Folgen, die wir in unserem Leben bei Jungen und Alten besichtigen können.

Zweitens bin ich überzeugt, dass Jesus Christus auferstanden ist und lebt. Er hat heute das gleiche intensive Interesse an uns Menschen wie damals. Seine Liebe hat die gleiche magnetische Kraft. Das hat er durch sein Sterben am Kreuz bewiesen. So sehr hat er uns geliebt.  Er bringt wie damals die entlarvende und heilende Wahrheit in unser Leben. er deckt die Lebenslügen auf. Er ist auferstanden. Er hat selbst den Tod entmachtet. Er kann heute das Machtwort über jede satanische und dämonische Bindung sprechen. Wir werden uns wundern, was dann passiert. Aber als Ergebnis werden Menschen ganzheitlich geheilt – wie man modern sagt. Das heißt: Ihre Person kommt innerlich und in Beziehung zu anderen Menschen und zu den Dingen der Natur ins Gleichgewicht. Und die so geheilten Menschen werden weitersagen: ”Gott ist da. Ich habe seine Barmherzigkeit am eigenen Leibe, an der eigenen Seele und an der eigenen Familie erfahren. Er ist auch für euch da.”

Deshalb lade ich Sie ein das in Anspruch zu nehmen.

Predigt von Ulrich Parzany vom 22. März 2000
Grenzenlose Kommunikation – Wer reißt die unsichtbaren Mauern ab?

Heute haben wir ein Fremdwort im Thema, das aus dem Lateinischen stammt. Das Wort wird in Deutschland seit ca. 250 Jahren gebraucht und bedeutet: Mitteilung, Unterredung. Das Tätigkeitswort ”kommunizieren” ist genauso lange im Gebrauch und hat die schönen Bedeutungen gemeinschaftlich tun, mitteilen. In der Physik redete man von den kommunizierenden Röhren, d.h. die miteinander in Verbindung stehen. In der katholischen Kirche bedeutete kommunizieren ”zur Kommunion gehen”, d.h. am Mahl des Herrn im Gottesdienst, in der Messe teilnehmen und dadurch mit Gott Gemeinschaft haben. Jesus Christus teilt sich selber durch Brot und Wein uns mit.

In den letzten 50 Jahren reden wir alle mehr unter englischem Einfluss. Da hat sich die Bedeutung leicht verändert. To communicate heißt sich verständigen, Informationen austauschen. Unter Kommunikation verstehen wir also heute vor allem den Informationsaustausch und erwarten dadurch gegenseitige Verständigung.
Wir nutzen diese modernen Möglichkeiten der Verbindung und Verständigung auch bei ProChrist, wie Sie gerade erleben. Aber wir haben Sie in die vielen Veranstaltungen persönlich eingeladen. Wir könnten ja auch jeder für sich vor einem Bildschirm und einer Tastatur sitzen. Aber uns ist die persönliche Begegnung unersetzlich wichtig. Manche kritischen Zeitgenossen haben die Sorge, dass sehr wichtige Elemente unseres menschlichen Lebens zerstört werden, wenn wir mehr und mehr nur noch auf diese technische Weise miteinander in Verbindung stehen. Andere sehen das gelassener.
Der Trendforscher Matthias Horx zum Beispiel meint: ”Je mehr Globalisierung – desto mehr Heimatverbundenheit wünschen sich die Menschen. Je mehr Virtualisierung – je mehr Umgang mit Computern, simulierte Erlebnisse, Medienüberflutung – ,desto wichtiger werden Kategorien wie ‘Ehrlichkeit’,’Authentizität’.

Wie sagt man da? Echt cool, wie die alles geplant haben. Wo liegt das Problem? Wollen die sagen, es mangelt an Gefühl? Man lernt bei der Computerei sogar, mit wenigen Zeichen Freude und Trauer auszudrücken. Aber es geht um mehr. Haben Sie gehört? ”Was ist mit uns passiert? Wir haben mal richtig gelebt. Wir haben uns geliebt. Und jetzt, jetzt sind wir einfach nur noch… erfolgreich. Ich kenne dich überhaupt nicht mehr.” Und das Ende war einfach bitter und voller Enttäuschung und Hass.

Handy-Fieber, phantastische Verkehrsmöglichkeiten, digitale Kommunikationstechnik. Aber wir lösen damit offensichtlich die entscheidenden Probleme unseres Lebens nicht. Entfremdete Ehepaare, verfeindete Verwandte und Nachbarn, Völker, ethnische Gruppen werden nicht mit Technik versöhnt.

Ich will Ihnen eine der erschütterndsten Kommunikationsgeschichten, die in der Welt passiert sind, erzählen. Sie werden dabei erleben, was Kommunikation wirklich ist, aber auch wie sie nicht gelingt.
Das Ganze sah aus wie das Scheitern von Gottes Bemühung, mit uns Menschen Verbindung aufzunehmen. Gott wurde Mensch. er schickte uns nicht nur eine E-mail oder eine SMS. Er kam selbst und er kam dabei unter die Räder.
Gott wird Mensch und zieht sich unser Leben mit allen Problemen an. Er lebt es bis zur bittersten Konsequenz. Weil Gott nicht in die Welt passt, weil er sich dem Hass und der Ichsucht nicht anpasst, wird er ausgemerzt. Auf die übelste Weise. Er soll nicht nur getötet, er soll auch gefoltert und geschändet werden. Sie nageln ihn nackt an ein Holzkreuz und lassen ihn ersticken und verbluten. Das Ganze passierte sinnigerweise auf der Müllkippe vor den Stadtmauern von Jerusalem, die man Golgatha – Schädelstätte – nannte.

Als die römischen Soldaten Jesus so aufgehängt hatten, standen die Leute aus Jerusalem und auch die Prominenten, die das hinterhältig und skrupellos angezettelt hatten, als Zuschauer dabei. Man hatte schließlich noch kein Fernsehen. Man musste sich die Brutalitäten alle noch live reinziehen.

Also die meisten waren nur als Zuschauer dabei. Das ist wie heute. Keiner ist es gewesen. Wir lassen alles nur vorbeiflimmern. Waren wir dabei? Haben wir Verantwortung? Reagieren wir? Wir lesen schlimme Berichte, dass Leute einfach wegschauen, wenn in der Bahn oder auf der Straße jemand belästigt oder verletzt wird. Wir nehmen die Informationen auf – wir sehen und hören – , aber wir nehmen nicht Anteil und wir beteiligen uns nicht an dem Geschehen.

Aber wer schweigt, fördert, was im Gange ist. Zuschauer werden schuldig.

Es gab da noch die Prominenten und Intellektuellen. Sie gehörten zur Führungsschicht und Elite der Gesellschaft. Sie spotteten. ”Die Ratsmitglieder verhöhnten Jesus: ‘Anderen hat er geholfen; jetzt soll er sich selbst helfen, wenn er wirklich der ist, den Gott uns zum
Retter bestimmt hat!’” (Lukas 23,35) Das ist die mieseste Tour. Spott ist übrigens die Methode, mit der man sich etwas vom Leib hält, wenn man unsicher ist. Damit tut man so, als ob das alles völlig abwegig wäre.

Dann gibt es da noch die Soldaten. Die praktizieren die materialistische Form der Kommunikation. Sie werfen das Los und teilen die Kleider von Jesus unter sich auf. Sie wollen wenigstens was davon haben, wenn sie schon die Dreckarbeit machen müssen. Innerlich ist ihnen ganz egal, was da passiert und wer da warum stirbt. Ihre Gewissen sind hart geworden. Den Rest besorgt der Alkohol. Ihnen geht es um ein bisschen mehr Knete.
Und mitten in diese Kommunikationshölle hinein spricht Jesus: ”Vater, vergib ihnen; sie wissen nicht, was sie tun!”

Gott ist da.
Die Bibel sagt: Gott selbst war in Jesus Christus und hat die Welt mit sich versöhnt. Er weiß, dass Gemeinschaft nicht nur durch ein paar zusätzliche Informationen hergestellt werden kann. Das Trennende muss weggeschafft werden. Aber wie soll das gehen?

Alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, kann nicht wieder ungeschehen gemacht werden. Wir Menschen können nicht in die Vergangenheit. Alles, was wir getan haben, das ist unauslöschlich unsere Geschichte. Es gehört zu unserer Person. Keiner kann uns das abnehmen. Nur Gott selbst, der nicht an die menschlichen Begrenzungen gebunden ist. Er wird Mensch und zieht sich mein Leben an. Er übernimmt nicht nur die Schokoladenseiten. Er steckt sich mit der tödlichen Krankheit an, mit der Sünde. Sünde ist alles, was uns von Gott und von einander trennt. Es blockiert jede Verständigung und Verbindung. Darum tötet die Sünde uns wie ein Messer, das uns die Gurgel durchschneidet.

”Gott hat den, der von keiner Sünde wusste (der also total in Gemeinschaft mit Gott war), für uns – an unserer Stelle – zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden.” (2.Kor.5,21) Gott behandelt Jesus wie die Lüge, den Hass, den Mord, den Ehebruch. Er sagt nein dazu und verurteilt ihn zum Tod. Damit ist unser Fall rechtmäßig erledigt. Die Sünde, das Trennende, ist beerdigt. Jetzt sind wir Gott ganz recht. Wir sind sozusagen selber die Gerechtigkeit Gottes in Person.
Besser kann es nicht werden. Besser kann es nicht kommen. Wer das erlebt, der hat Frieden mit Gott, dem Schöpfer des Lebens. Frieden, das ist gelungene Kommunikation, gute Verständigung, Gemeinschaft. Nicht nur Informationsaustausch, sondern Liebesbeziehung und Teilhabe an Gottes Kraft.
Weil wir Menschen zur Kommunikation mit Gott und miteinander völlig unfähig sind, geht Gott selbst mitten hinein in die Kommunikationsstörung. Bei der Kreuzigung ist alles durchkreuzt, was eigentlich miteinander verbunden sein sollte. Lauter Feindschaft anstatt Frieden. Leider kennen wir das allzu gut. Eigentlich wollten wir uns in Liebe miteinander verbinden. Aber jetzt finden wir kein verbindendes Wort mehr. Tiefe Verletzungen und Entfremdung. Alles scheint auseinander zu treiben. Keine Anziehungskraft der Liebe ist mehr zu spüren.

Das ist die Situation, in der uns nur noch Gott selbst retten kann. Nur von Jesus geht die Energie der Feindesliebe aus. Die moderne Welt braucht vor allen Dingen Energie. Manche haben Sorge, dass wir mehr verbrauchen, als auf die Dauer erzeugt werden kann. Aber alle Energie dieser Welt, die durch moderne Technik erzeugt wird, kann unsere wichtigsten Probleme nicht lösen. Die Feindesliebe ist die wichtigste Energie, die wir in der Welt heute brauchen.

Diese Feindesliebe muss Kreise ziehen. Sie soll sich auswirken.
Deshalb sagt die Bibel: ”Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.” Er hat es geschafft, dass wir wieder Frieden mit Gott haben können. Aber das soll auch in Ihrem Leben wirklich passieren. Gott lässt es uns ausdrücklich sagen. Wir sollen die Chance nicht verpassen. Paulus schreibt deshalb: ”So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!”

Es geht nicht um eine religiöse Spielerei. Frieden mit Gott – das ist unser Leben. Wenn wir von Gott getrennt sind, sind wir tot. Dann sind wir in Zeit und in Ewigkeit von der Quelle des Lebens getrennt. Was Sie auch machen, solange Sie atmen, es ist kein Leben nach dem Willen Gottes, Ihres Schöpfers. Und wenn Sie die Augen schließen, wird Ihr Schicksal unwiderruflich in Ewigkeit festgelegt sein – getrennt von Gott. Verdammt, verloren nennt das die Bibel.

Rausfinden, ob’s stimmt – durch Annehmen!
Gott hat am Kreuz die Trennmauer niedergerissen, die Sie von Gott trennt. Dagegen ist die Berliner Mauer ein bedeutungsloser Gartenzaun. Wir freuen uns, dass die auch weg ist. Aber wir erleben in den letzten 10 Jahren, wie viel schmerzlich trennende Mauern der Entfremdung, ja sogar der Feindschaft zwischen Menschen immer noch bestehen.

Das Wichtigste und Dringlichste ist, dass Sie sich die Versöhnung mit Gott gefallen lassen. Sagen Sie Gott: ”Ich bekenne dir meine Sünde. In meinem Leben ist soviel, was mich von dir getrennt hat. Nennen Sie das beim Namen. Die Betrügereien, den Hass, den Ehebruch, die Lügen, die anmaßende Selbstgerechtigkeit.

Das Kreuz von Jesus ist der Platz der Versöhnung mit Gott. Gott hat alles getan. Er hat das größte Opfer gebracht, weil Sie ihm so wichtig sind. Wenn Sie meinen, Sie hätten das alles nicht nötig, weil sie auch so okay sind, dann ist alles vergeblich. Dann müssen Sie selber sehen, wie Sie mit Gott, dem heiligen Richter zurecht kommen.

Wenn Sie das Geschenk der Vergebung der Sünden annehmen, dann werden Sie heute Abend von einem Feind zu einem Kind Gottes. Sie werden spüren, wie gut es tut, voll Vertrauen zu Gott Vater zu sagen. Dazu brauchen Sie weder Handy noch Internet. Gottes Geist selber wird in Ihnen wirken und Sie befähigen, durch das Gebet mit Gott Kontakt aufzunehmen. Sie werden auch merken, dass Jesu Sie sofort mit anderen Menschen innerlich verbindet, die die gleiche Versöhnung erfahren haben. Gott hat keine Einzelkinder. Sie haben Schwestern und Brüder, mit denen Sie das Leben teilen. Sie werden diese gegenseitige Unterstützung zu schätzen lernen.

Sie können die gegenseitige Hilfe sehr handgreiflich spüren. Suchen Sie heute Abend noch das Gespräch mit einem Menschen, zu dem Sie Vertrauen haben und der selber die Versöhnung mit Gott erlebt hat. Sprechen Sie vor ihm als einem Zeugen aus, was Sie von Gott und von anderen Menschen trennt. Sprechen Sie ehrlich ihre Sünden aus. Beschönigen Sie nichts mehr. Bitten Sie Gott um Vergebung. Tragen Sie die Sünden in einem Gebet zum gekreuzigten Jesus. Ihr Zeuge wird Ihnen schweigend und mitbetend beistehen. Er wird Ihnen nach Ihrem Bekenntnis im Namen und Auftrag von Jesus zusprechen: ”Dir sind deine Sünden vergeben, weil Jesus Christus am Kreuz für dich gestorben ist und Gott ihn auferweckt hat.” Sie werden spüren, wie Gott das Wort des Zeugen gebraucht und es Ihnen zur Gewissheit wird.

Gott aber hat noch mehr in Sachen Kommunikation mit Ihnen vor. Wo die Verbindung und Verständigung gestört ist, sollen Sie heilend und verbindend wirken. Jesus hat seinen Freunden gesagt: ”Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel…. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tut nicht dasselbe auch die Mafia?” (Mat.5,44-46)
Sie sagen: ”Das ist zuviel verlangt. Ich bin kein Martin Luther King und keine Mutter Teresa.” Okay. Aber Gott lässt Sie seine Feindesliebe erfahren und deshalb können Sie leben. Er beschenkt Sie so reich, dass Sie von dem Überfluss anderen abgeben können. Sie merken doch, dass der ganze Fortschritt in der Kommunikationstechnologie uns in Sachen Versöhnung und miteinander leben keinen Schritt weitergeführt hat. Wir brauchen eine Revolution der Versöhnung, die unsere Beziehungen umkrempelt.
Vielleicht fängt das heute Abend in Ihrer Ehe an. Oder mit den Kindern. Nur wenn Sie wirklich die Kraft der Versöhnung in Ihrem eigenen Leben erfahren, werden Sie an diesen Energiestrom angeschlossen.

Einladung zum Kreuz (ans Licht)
Eigentlich ist das Kreuz ein Zeichen des Todes. Aber durch die Liebe Gottes und durch die Auferweckung ist es zum Lichtzeichen des Lebens geworden. Auch wenn das Licht schmerzlich entlarvt, es heilt durch Vergebung und gibt wärmende Liebe und Wachstum für unser Leben.

Predigt von Ulrich Parzany vom 23. März 2000
Grenzenlose Traurigkeit – Kann man sie besiegen ?

Da kann man Angst kriegen, wenn man Vater ist. Ob ich meine Kinder auch so entmutigt habe? Man hat doch nur das Beste gewollt. Aber hier wird drastisch deutlich, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist.
Ich rechne ja damit, dass sehr viele heute an ProChrist teilnehmen, die solche Verzweiflung nicht kennen, die stark, erfolgreich, selbstbewusst sind. Haben Sie schon mal gefragt: Wie wirken Sie auf andere? Sie wissen immer alles, sogar besser. Jedenfalls machen Sie diesen Eindruck. Und das ist vielleicht für manche genau die Entmutigung, wie wir sie in der Szene erlebt haben. Zerstörerisch, ohne dass einem das selbst bewusst wird.

Und dann finde ich schrecklich, dass es bei uns im Kopf und im Herzen mit Gott und unseren Vätern so durcheinander geht. Bei vielen Zeitgenossen ist der Gedanke an Gott meist weit weg.  Wenn aber der Gedanke an Gott kommt, dann wird er mit den Vatererfahrungen gefüllt. Das hat  Sigmund Freud schon vor gut 100 Jahren behauptet. Wir haben als kleine Kinder den Vater als übergroß erlebt, falls wir einen Vater kennen gelernt haben. Er war zugleich allmächtig schützend und bedrohend. Deshalb hätten wir eine doppelte Haltung zu ihm entwickelt: Furcht und Liebe. Diese frühkindliche Erfahrung wenden wir auf das unbekannte Schicksal an, um irgendwie damit zurechtzukommen, sagt Sigmund Freud. Wir nennen es Gott-Vater.

Wenn dann die innere Vater-Stimme – es könnte auch die Stimme der Mutter sein, die einen immer schlecht gemacht hat –  so zerstörerisch ist wie in unserer Theaterszene – was dann? Muss man der Stimme der Zerstörung nicht zwangsläufig glauben? (Vater: ”Warum lässt du diesen ganzen Krankenschwestern-Kram nicht einfach und lebst dein Leben weiter so wie bisher? Das ist doch am besten, Ingrid. Glaube mir… Wer kennt dich denn besser als dein Vater,hm?”)

Ergebnis ist ein Mangel an Selbstwertgefühl und ein nagender Zweifel an sich selbst. Es fehlen Selbstvertrauen und Lebensmut.

Wir leben in einer Zeit der Gegensätze und Widersprüche. Einerseits erleben wir eine maßlose Selbstübersteigerung des Menschen: Ewige Jugend, Schönheit, Gesundheit und Kraft. Geniale Erfindungsgabe, mit der der Mensch demnächst die Rolle des Schöpfers selber übernimmt, der allmächtige Menschenmacher mit Glanz und Reichtum.

Auf der anderen Seite erleben wir eine schreckliche Erniedrigung des Menschen zu einer Nummer, einem unerwünschten Zellklumpen, den man wegmacht, wenn er die Lebensplanung stört, einem winzigen Staubkörnchen im All, Menschenmaterial als Kanonenfutter, verbraucht in Kriegen, im Wirtschaftsleben, nur ein Kostenfaktor, wegrationalisiert, wenn er zu teuer wird, ein Unsicherheitsfaktor, besser durch Maschinen ersetzt. ”Menschenmaterial” wurde vor kurzem in Deutschland zum Unwort des Jahrhundert gewählt.

In unserem Allmachtswahn produzieren wir alles, auch Gott. Und dann werden wir Opfer unserer eigenen Produkte. Der Alptraum selbstgemachter Menschenbilder und Gottesvorstellungen verfolgt uns und ruiniert unser Leben.

Ich habe Ihnen heute zwei Nachrichten zu überbringen.

1. In der Bibel lernen wir Gott anders kennen.
Wir können Gott nur durch seine Offenbarung kennen. Unsere eigenen Vorstellungen sind menschliche Einbildungen. Wir machen uns von Gott Bilder nach dem Muster des Menschen. Gott ist ein vergrößerter Mensch.

Wir stellen ihn uns vor wie unseren Vater – manchmal freundlich, manchmal bedrohlich. Oder wir sehen ihn wie einen Uhrmacher, der am Anfang die Uhr herstellt. Danach läuft sie ohne den Uhrmacher.  Oder wir denken uns Gott als Naturkraft in uns und im Kosmos, weil wir uns letzten Endes am liebsten selbst vergöttern wollen. Wir vertrauen dann auf die Meister, die wie Ingenieure die kosmische Energie anzapfen und in unser Leben fließen lassen, damit wir Gesundheit, Erfolg, Reichtum und Glück haben.

Aber Gott ist ganz anders. Er passt nicht in unsere Vorstellungen. Wir können ihn nur kennen, weil er sich selbst offenbart hat. Und Sie sollten nicht allzu sehr überrascht sein, dass uns Gottes Selbstoffenbarung völlig fremd vorkommt.

Er wird Mensch, weil wir nur menschlich sehen, hören und erkennen können. Er kommt in unsere Welt von Raum und Zeit, von Sichtbarkeit und Vergänglichkeit. Er wird als Kind in einer Notunterkunft geboren. Er muss mit seinen Eltern auf die Flucht ins Ausland, weil irgendwelche wahnsinnigen Machthaber sich an ihren Untertanen bereichern wollen. Er wird bewundert und bespuckt, geschändet und gefoltert. Gott zeigt sich uns im gekreuzigten Jesus.

”Wer mich sieht, sieht den Vater”, sagt Jesus. Gott nimmt nicht Maß an menschlichen Vätern. Wir können allein bei ihm lernen, was Vaterliebe und väterliche Fürsorge ist. ”So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die dem vertrauen, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.”

Am Kreuz sehen wir Gottes Liebe und seine Heiligkeit, auch seine Allmacht. Ja, Gott erniedrigt sich bis zum Sterben am Kreuz. Das ist die Allmacht seiner Liebe. Und dass es wirklich Gottes Allmacht ist, bestätigt Gott anderthalb Tage, nachdem Jesus am Kreuz gestorben ist. Er weckt ihn aus dem Tod auf und verwandelt den Körper des Hingerichteten in die Wirklichkeit des ewigen Schöpfers.

Diese unerhörte Nachricht geht seitdem um die Welt. Staunend öffnen Menschen ihr Leben für Gott, den Schöpfer und Vater. Aber viele schreien empört auf: ”Skandal!  Wie kann man nur Gott so entstellen?” Andere lachen und spotten: ”Dummheit! Kein klar denkender Mensch wird die Wahrheit in einem einzelnen Menschen, schon gar nicht in einem gefolterten und hingerichteten Mann erkennen.” Ja, wir sind in unsere eigenen Vorstellungen verliebt. Wir können uns nur schwer davon trennen. Die Bibel nennt die selbstgemachten Bilder und Einbildungen Götzen. Die gewinnen Macht über unser Denken und Leben. Und wir gehen mit ihnen zugrunde, weil sie ja nichts anderes als vergängliche Produkte sind. Sie werden Gott nicht erkennen, wenn Sie sich nicht von den selbstgemachten Gottesbildern abwenden.

Die Bibel sagt: Jesus, der Gekreuzigte, ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit. In ihm liegt die Lösung für die Probleme unserer Welt und unseres Leben. Gott kommt uns ganz nah, damit unser Leben in Gemeinschaft mit ihm gelingen kann. Er ist die Liebe, die sich für uns opfert, damit wir spüren, dass wir wertvoll sind. Er ist die Liebe, die uns beschenkt, damit wir Leben entdecken und entfalten können. Das ist die erste Nachricht dieses Abends: Gott ist in Jesus da. Die zweite Nachricht dieses Abends ist die Folge der ersten und lautet:

2. Darum können wir andere, neue Menschen werden.
2.1 Durch Jesus erkennen wir Gott als den Schöpfer unseres Lebens.

Wer das annimmt, der gewinnt eine völlig neue Sicht für sein Leben. Ich lese Ihnen ein Beispiel vor. Ein Mensch, der das kapiert hat, spricht zu Gott (Psalm 139, 13-18):
Du hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen noch keiner da war. Aber wie schwer sind für mich Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir.
Gott hatte unser Leben von Anfang an im Blick! Ich kann mich selbst mit neuen Augen sehen. Das Wunder des Körpers und der Seele und der menschlichen Beziehungen. Das heißt nicht, dass wir immer happy sind.  ”Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!” sagt der Beter. Aber dann: ”Am Ende bin ich noch immer bei dir.” Das ganze Leben ist ein wunderbares Geschenk. Ich darf in Gottes Nähe leben.

Die Grundmelodie heißt Dankbarkeit. ”Dankbarkeit und Freude gehen Hand in Hand”, las ich neulich in einem Buch des Wiener Erzbischofs Kardinal Schönborn. Das leuchtete mir sofort ein. Er schrieb dann: ”An den Schöpfer zu glauben, das bedeutet auch, an das Große zu glauben, das er seinen Geschöpfen zumutet.” ( S.44)  Zutraut und zumutet! Große Begabungen und große Aufgaben.

Nein, der Weg des Lebens ist nicht mehr gesperrt. ”Nix los” gilt nicht mehr. Es ist für manchen wirklich atemberaubend zu beten: ”Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.” Ist das nicht anmaßend? Wieso anmaßend? Ich habe mich doch nicht selbst gemacht. Ich bin doch ein Geschenk Gottes. Sie auch. Warum sollen wir Gott nicht staunend danken? ”‘Wir sind Menschen’, keine Halbgötter, aber auch keine Zufallsprodukte, sondern Geschöpfe.” Begreifen Sie, dass Lebensfreude aufkommt, wenn Sie anfangen, Gott für ihr Leben zu danken? Das ist erst der Anfang. Wer dieses Dankgebet spricht, beginnt eine Entdeckungsreise.

2.2. Wir entdecken unsere Begabungen und auch unsere Begrenzungen.
Endlich ist Schluss mit der unmenschlichen Überforderung. Ich freue mich, dass es so tolle Sportler wie Paulo Sergio gibt. Aber ich muss nicht neidisch auf ihn sein. Ich muss nicht alles können. Er kann auch nicht alles.
Ich muss mir von niemandem ein schlechtes Gewissen machen lassen, weil ich Schwächen und Grenzen habe. Ja, wir sind ergänzungsbedürftig und auch ergänzungsfähig. Wir sind wirklich Beziehungswesen. Wir sind auf Gemeinschaft mit anderen Menschen angewiesen. Das wissen wir im Grunde natürlich. Aber wir haben oft Beziehungen erlebt, in denen wir verletzt und schier erdrückt wurden. Darum fürchten wir uns vor zuviel Gemeinschaft. Wir wollen unsere Freiheit. Andererseits spüren wir: Allein geht man ein – jedenfalls auf Dauer.

Wenn Sie Gott kennen lernen und seine Liebe annehmen, dann verbindet Jesus Sie nicht nur mit dem Schöpfer selbst, sondern auch wie in einem Organismus mit den anderen Menschen, die sich so beschenken lassen. Wer sich so beschenken läßt und Jesus vertraut, der ist im ursprünglichen Sinn der Bezeichnung ”Christ”. Deshalb müssen Sie sich nicht schämen, sondern können sich aus Dankbarkeit gegenüber Jesus Christus gern als Christ bezeichnen. Das heißt nicht, dass Sie was Besseres als andere sein wollen, sondern dass Sie sich von Jesus beschenken lassen und Ihr Leben als ein Geschenk Gott annehmen.

Sie entdecken jetzt auch die anderen Christen. Die Bibel sagt, dass wir miteinander verbunden sind wie die Körperteile in einem Körper, wenn wir Jesus vertrauen. Jedes Körperteil hat seine besondere Fähigkeit und Aufgabe. Aber jedes Körperteil ist auch begrenzt und zum Leben auf alle anderen angewiesen. Wenn ich das entdecke und bejahe, brauche ich nicht mehr neidisch und ehrgeizig verkrampft nach den Begabungen anderer zu schielen. Ich freue mich, dass andere anderes als ich können. Dass sie vieles besser können als ich. Ich brauche sie, und sie brauchen mich.

Nur wenn ich ganz bewusst in der Gemeinschaft dieses Organismus des Leibes von Jesus Christus lebe, kann ich meine Begabungen und Fähigkeiten entdecken und trainieren. Ich kann sie für andere und zur Ehre Gottes einsetzen. Das tut gut! Darum lade ich übrigens an jedem Tag ein, nach vorne zu kommen und öffentlich erkennbar das Anfangsgebet zu sprechen. Denn nur wenn wir uns äußern, finden wir Kontakt zu anderen Christen. Was geheim in unseren Gedanken bleibt, erstickt und bleibt ohne Wirkung.
Aber noch weiter!

2.3. Wir dürfen den aufrechten Gang lernen
Wir versuchen das meistens dadurch, das wir uns und anderen nachweisen, dass wir etwas leisten können. Wenn wir versagen, bricht auch unser Selbstbewusstsein zusammen. Aber auch die Starken werden irgendwann mal alt, krank und schwach. Wer sein Selbstwertgefühl aus seiner Leistung bezieht, der programmiert den Zusammenbruch für den Tag X.

Paulus war ein ziemlich arroganter Typ, der durch die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus völlig verwandelt wurde. Er konnte erst gar nicht verstehen, dass der gekreuzigte Jesus Gottes Schlüsselfigur sein konnte. Aber als erfuhr, dass Jesus lebt, ließ er sein Vorurteil sausen und nahm das Geschenk Gottes an.
Für ihn war es wirklich die Begnadigung eines Verbrechers, der Blut an den Händen hatte. Es war Vergebung für anmaßende Selbstgerechtigkeit.

Nach Jahren schreibt er über sich selbst: (1.Kor.15,10) ”Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist”. Das klingt ziemlich selbstbewusst. Ja, aber es ist ein gesundes Selbstbewusstsein. Es ist nicht auf die eigene Fähigkeit und Leistung gegründet, sondern auf Gottes Gnade, auf sein Geschenk. Das Selbstwertgefühl wird also durch den Herrn garantiert, der vom Tod auferweckt wurde. Das ist also todsicher.

Außerdem ist Gottes Gnade kein gönnerhaftes Almosen, das den Empfänger peinlich erniedrigt. Wir mögen es nicht, so von oben herab gnädig behandelt zu werden. Gottes Gnade macht uns nicht klein, sondern wichtig und groß. Gott hat für uns einen hohen Preis gezahlt. Er hat sich wegen uns erniedrigt bis zum Sterben am Kreuz. So wertvoll sind wir ihm. Das richtet uns auf. Paulus schreibt (1.Kor.6,20): ”Ihr seid teuer freigekauft, darum preist Gott mit eurem Leib.” Alles, was wir mit unserem Körper tun, soll Gott ehren, soll auf den Herrn aller Herren ausgerichtet sein. Nichts ist zu gering dafür. Und kurz darauf sagt Paulus (1.Kor.7,23): ”Ihr seid teuer freigekauft, werdet nicht der Menschen Knechte.” Es ist jetzt Schluss mit dem Buckeln vor Menschen. Gott lehrt uns den aufrechten Gang.

Das schafft Unabhängigkeit von menschlichen Urteilen.
Paulus hatte als Mitarbeiter für Jesus viele Kritiker. Aber er lässt sich von den Kritikern nicht beugen machen. Er hat eine interessante Methode, sich zu verteidigen. Er flieht vor das Gericht Gottes. Er geht also in die höhere Berufungsinstanz: ”Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi (2.Kor.5,10; 1.Kor.4,4). Gottes Gericht schützt unsere Menschenwürde. Unsere Würde besteht im Unterschied zu den Tieren darin, dass wir Antwort geben können, dass wir Verantwortung für das eigene Tun und Lassen übernehmen können.

Deshalb ist die Tatsache, dass es ein Gericht Gottes geben wird, eine Wohltat für uns.
Gott garantiert uns unsere Würde. In einer Gesellschaft, in der kaum einer mehr für etwas verantwortlich gemacht werden will, ist das der entscheidende Akt zur Rettung der Menschenwürde. Wir meinen zwar, es tät uns gut, wenn wir uns irgendwie aus der Verantwortung herausreden können. Aber in Wirklichkeit werden wir wie die Tiere und verlieren unsere einzigartige Würde.

Und weil Jesus Vergebung der Schuld gibt, brauchen wir unsere Schuld nicht zu vertuschen und müssen uns nicht mit irgendwelchen Entschuldigungen rausreden. Ich darf ehrlich vor Gott und vor Menschen sein. Ich muss nicht die selbstgerechte Show abziehen, die doch so fadenscheinig ist. Am peinlichsten ist es, wenn am Sarg ein Mensch in den Himmel gelobt wird, obwohl die Anwesenden es besser wissen. In Gottes Gericht muss sich niemand auf seine Leistungen berufen. Unser Leben ist ein Geschenk. Was darin gelingt, ist ein Geschenk Gottes. Das Versagen kann durch Vergebung weggenommen werden. Die Erinnerung an Gottes Gericht nimmt also schon jetzt den unmenschlichen Leistungsdruck von unserem Leben.

Wenn wir Gottes Gericht leugnen, bleibt uns nur das gnadenlose Gericht der Gesellschaft. Es gilt dann unbarmherzig, was man tut. Weh dem, der da versagt!

2.5 Das Beste kommt noch.
Ein Grund für die grenzenlose Traurigkeit, für die Volksseuche Depression, liegt auch darin, dass wir unbedingt alles jetzt haben müssen.

Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek schrieb im vergangenen Jahr in der ZEIT einen wichtigen Artikel unter dem Thema ”Enjoy! Als die Ideologien gingen, kam der Lifestyle. Und mit ihm der Zwang, dass Leben zu genießen”. Dann beschreibt es den Frust und die Schuldgefühle, die grenzenlose Traurigkeit, die entsteht, wenn man bei der Suche nach Lust und Genuss versagt. Verrückt! Zukunft gibt es nicht und interessiert nicht. Die Traurigkeit regiert.

Da halte ich gegen: Jesus ist auferstandenen. Gott wird die Welt vollenden. Er wird kommen und alle Tränen abwischen. Er wird die Toten aus den Gräbern rufen und Gericht halten. Ja, es gibt eine ewige Gerechtigkeit. Jesus wird den neuen Himmel und die neue Erde schaffen, in der Gerechtigkeit wohnt, also richtig zu Hause ist.
Wir dürfen heute annehmen, dass Jesus unser Leben wichtig macht und auf den richtigen Kurs bringt. Wir dürfen heute schon erfahren, dass Gottes schöpferischer Geist unser Leben aufregend neu gestaltet. Aber wir werden zugleich von dem unmenschlichen Druck entlastet: Alles jetzt oder nie! Das bringt fröhliche Gelassenheit anstatt Panik, Hoffnungskraft anstatt Atemlosigkeit. Aber das ewige Leben beginnt heute. Deshalb gilt Ihnen auch heute meine Einladung im Namen von Jesus Christus.

Treffpunkt ist hier vorne das Kreuz: Das Kreuz ist auch Pluszeichen vor unserem Leben
Es durchkreuzt alle falschen Gottesvorstellungen. Es durchkreuzt auch, wenn wir an anderen Menschen durch Entmutigung schuldig geworden sind.

Predigt von Ulrich Parzany, Freitag 24. März 2000
Grenzüberschreitung – Entscheidung für Gott

Szene: Der Balanceakt
Grenzenloser Stress

So ist das Leben. Was ist falsch daran? Läßt sich was daran ändern? Muss man sich dem Beruf und der Familie so verpflichtet fühlen?

1. Die egoistischen Lebenskünstler
Ich las neulich ein kesses, freches Buch mit dem Titel ”Die Tugend der Orientierungslosigkeit”. Die relativ jungen Verfasser bieten ihre Lösungen für die Lebensgestaltung zu Beginn des dritten Jahrtausends an. Selbst schuld, wenn jemand um Beruf und Familie soviel Aufhebens macht. Wieso ist man dem Beruf, der Frau, der Tochter, der Gesundheit, den Eltern verpflichtet?

Jeder ist nur für die Baustelle seines eigenen guten Lebens verantwortlich, sagen sie. Was er für gut hält, bestimmt jeder selbst. Übergeordnete Instanzen – wie Gott, Kirche, Gesellschaft, Familie, Moral, Pflichten – werden nicht mehr anerkannt. Dafür muss aber jeder die Riesenlast allein tragen, seine eigene Moral, den Bauplan für sein eigenes Leben zu entwickeln.

Natürlich spielen darin auch andere Menschen eine Rolle. Es gibt Freundschaften – aber bitte nur, solange sie was bringen, nicht allzu verpflichtend. Man muss einander die Freiheit lassen. Lebensabschnittspartnerschaften mögen sinnvoll sein. Ob kurz- oder langfristig, das kommt auf die Personen an. Keine grundsätzlichen Vorgaben und Verpflichtungen. Natürlich brauchen Menschen auch Zuwendung. Kranke brauchen Hilfe. Aber man sollte sie nicht aus irgendeinem Pflichtgefühl heraus besuchen oder wegen des Grundsatzes der Nächstenliebe, sondern weil es einem selber gut tut und darum gut vorkommt. Wenn nicht, dann nicht.

Jeder ist völlig unabhängig. Scheitern wird in Kauf genommen. Kein Gemeinsammes, bitteschön! Was die anderen über einen denken, ist völlig uninteressant. Mal reich, mal arm. Mal Unternehmer, mal Angestellter, mal arbeitslos. Kess, nicht wahr? Die Verfasser geben allerdings zu, dass das System nur in einer Wohlstandsgesellschaft funktioniert, wo ein soziales Netz die Lebenskünstler im schlimmsten Fall auffängt.

Manche werden entrüstet sagen: ”Das ist brutal egoistisch. Das ist zuviel zugemutet. Hier sind die Grenzen überschritten. Mag sein. Ich finde es gut, wenn Klartext geredet wird. Dann weiß man wenigstens, wo man dran ist. Die Bibel redet auch Klartext.

2. Klartext in der Bibel
Zum Beispiel im Psalm 53: Die Unverständigen reden sich ein: ”Es gibt keinen Gott!” Sie sind völlig verdorben, ihr Tun ist schlimmes Unrecht, es gibt keinen, der etwas Gutes tut. Gott blickt vom Himmel herab auf die Menschen. Er will sehen, ob es da welche gibt, die Verstand haben und nach ihm fragen. Doch alle sind sie von ihm abgefallen, verkommen sind sie, alle miteinander, niemand ist da, der Gutes tut, nicht einmal einer!
Diese beleidigende Unverschämtheit steht wörtlich gleich zweimal in der Bibel. Der Psalm 14 hat den gleichen Wortlaut. Und Teile davon werden im Neuen Testament, im Römerbrief, zitiert.

Ich kann verstehen, wenn jemand sagt: ”Das ist eine Grenzüberschreitung. Das ist mehr, als toleriert werden kann.” Wir leben in der sogenannten Postmoderne, in der alles gleich gültig nebeneinander stehen soll. Wenigstens bemühen wir uns, andere Überzeugungen nicht zu verunglimpfen. Auch hier gilt: Klartext ist hilfreich. Da weiß man wenigstens, woran man ist. Damit kann man sich auseinandersetzen.

3. Was bedeutet ”Gott”?
Vielleicht aber kommen wir weiter, wenn wir fragen, was die Bezeichnung ”Gott” eigentlich bedeutet. Fragen helfen zur Klärung.

Die Grundfragen für uns alle lauten:
Wer bestimmt eigentlich, was in meinem Leben wichtig ist? Wer gibt mir eigentlich die Kraft, das Leben zu bewältigen? Wer gibt mir eigentlich die Sicherheit, ohne die ich nicht leben kann?
Wer gibt mir die nötige Anerkennung – vielleicht sogar Liebe – , ohne die ich nicht existieren kann?
Wer bestimmt eigentlich, welche Teller ich drehen muss und welche nicht?
Wer beurteilt am Ende eigentlich, ob das Leben gelungen ist? Und wer beurteilt das, während das Leben läuft? Welchen Maßstab benutze ich dafür?  Kurz: Wer ist mein Gott?

Jeder hat einen oder mehrere Götter. Jeder beantwortet ja tatsächlich diese Fragen in seinem Leben. Bewusst oder unbewusst. Die Beantwortung gleicht oft einer Jagd, die uns atemlos macht. Die Teller, die im Spiel sind, müssen sich weiterdrehen. Weil man so atemlos ist, kommt man selten dazu, in Ruhe die Grundfragen zu stellen. Furchtbar dieser Schlips! Er sieht aus wie ein Strick, mit dem sich jemand aufhängen will. Das gibt es. Wir erwarten festen Halt bei einem Menschen oder in einer beruflichen Stellung oder vom Geld, aber wir hängen uns damit auf.

Für viele Menschen in Europa ist die vorrangige Antwort auf die meisten der gestellten Fragen klar und eindeutig: Geld.
Geld ist der Maßstab für wichtig und unwichtig. Was Geld bringt oder zu bringen verspricht, ist wichtig. Geld verschafft mehr Sicherheit als alles andere auf der Welt. Geld verschafft auch Anerkennung. Wenn man schon nicht geliebt wird, dann wenigstens respektiert oder gar gefürchtet. Haste was, dann biste was. Deshalb kann uns auch das Geld regieren, das wir nicht haben, aber meinen, unbedingt haben zu müssen.
Darauf macht uns die Bibel mit ihren schroffen Worten aufmerksam. Jeder hat seinen Gott. Wenn jemand den Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat, ablehnt, dann bezieht er zwangsläufig seine Sicherheit und Anerkennung von woanders. Man muss das dann nicht Gott nennen, aber es ist tatsächlich Gott, nämlich die höchste Instanz und Lebensquelle. Es geht also in unser aller Leben um die Frage: Wer ist mein Gott? Diese Frage ist die Grundfrage in jedem Leben, auch wenn wir den Ausdruck Gott noch nie in den Mund genommen haben.

4. Was heute geglaubt wird
Im März 1999 wurde im Auftrag von Focus eine repräsentative Umfrage in Deutschland gemacht. In anderen Ländern Europas werden Zahlen etwas abweichen. Aber ich vermute, dass die Unterschiede nicht zu groß sind. 65 % glauben irgendwie an Gott. Aber: ”Jeder zimmert sich seinen Glauben selber zusammen.” Ein höheres Wesen, eine kosmische Kraft, ein universales Prinzip, einen Schöpfer der Welt, vielleicht auch mehrere Götter.
Nur 12 % glauben an einen personhaften Gott, wie er in der Bibel bezeugt wird. Aber 52 % der Bevölkerung über 14 Jahre glauben, dass sie einen persönlichen Schutzengel haben. Das entspricht dem Gefühl unserer Zeit. Eine Wahrheit, die für alle gilt, einen Gott für alle – das mögen wir nicht. Aber einen individuell verfügbaren Beschützer können wir gut gebrauchen.

Warum glauben so viele Menschen irgendwie an Gott, ohne zu wissen, wer und wo er ist?

5. An den Grenzen kommen die Fragen
Ich glaube, eine Geschichte aus der Bibel kann uns weiterhelfen. (Apg.17) Der berühmte Apostel Paulus kam auf seinen Reisen eines Tages nach Athen. Diese Kulturhauptstadt des römischen Imperiums damals war wie ein europäischer Supermarkt der Religionen und Weltanschauungen. Damals war eine Zeit der offenen Grenzen. Die Römer hatten durch ihr Weltreich eine gewisse Globalisierung ermöglicht. Die Grenzenlosigkeit bewirkte bei den Menschen Verunsicherung. Die verunsicherten Menschen sogen die zahllosen Lebenshilfeangebote auf wie trockene Schwämme das Wasser.

Es gab in Athen jede Menge Angebote. Aber es blieb auch die Unsicherheit. Die Athener hatten sicherheitshalber einen Altar für den unbekannten Gott errichtet, weil man ja nie weiß. Man könnte eine unbekannte Schicksalsmacht verärgern und Nachteile dadurch haben.
Paulus diskutiert mit den Athenern auf dem Marktplatz. Er findet kritisches Interesse. Er wird aufgefordert, seine Anschauungen auf dem Areopag vorzutragen. Das war früher mal das höchste Gericht von Athen. Zur damaligen Zeit war es so was wie die Akademie der Wissenschaften.
Paulus steigt mit der Aussage ein, dass Gott der Schöpfer der Welt und deshalb nicht Teil der Schöpfung ist. Der Schreiner ist ja auch nicht Teil seines Stuhles. Gott läßt sich deshalb nicht in menschliche Gebäude einsperren. Er muss auch nicht von Menschen versorgt werden, sondern er gibt jedem den Atem zum Leben und auch sonst alles, was zum Leben nötig ist.
Und dann sagt Paulus etwas sehr Interessantes: Gott hat den Menschen Grenzen gesetzt – räumlich und zeitlich –, ”damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jedem unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir”.

Wir erleben nicht nur räumliche und zeitliche Grenzen, auch Grenzen unserer Kraft und des Wissens. Wenn wir an diese Grenzen stoßen, fangen wir an, Fragen zu stellen: Gibt es etwas jenseits dieser Grenzen? Wenn ja, was? Es ist doch so, dass wir die Frage nach dem Sinn des Lebens und nach Gott meist erst stellen, wenn wir schmerzhaft an Grenzen gestoßen sind. Warum nicht früher? Das könnte uns helfen. Aber so ist es immer noch besser, als gedankenlos ohne Fragen wie das Vieh durch die Welt zu laufen.

6. Gott überschreitet die Grenze und gibt Antwort
Die Fragen sind hilfreich, weil Gott uns von sich aus die Antwort gibt.

Paulus sagt den Athenern: Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden umkehren. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er de Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu betsimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.

Gott hat die Grenze überschritten, die wir von uns aus nicht überschreiten können. Er hat sich in Jesus zu erkennen gegeben. Wir dürfen Gott treffen. Wir müssen nicht länger nur Sehnsuchtsbilder an die Trennwand malen wie ein Gefangener an die Wand seiner Gefängniszelle. Gott hat Jesus geschickt. Jesus ist Gottes Liebe in Person. Das hat er durch sein Sterben am Kreuz bewiesen. Gott hat ihn auferweckt. Damit ist Jesus ein für allemal als die entscheidende Person von Gott bestimmt. An ihm wird sich unser Leben und die Weltgeschichte entscheiden. Er wird der Richter der Welt sein.
Deshalb ruft Gott durch Jesus alle Menschen zu Umkehr. Paulus sagt: Durch Jesus hat Gott Glauben angeboten. Das heißt, wir dürfen Jesus vertrauen, wir dürfen unser Leben bei Jesus und dadurch bei dem ewigen Gott festmachen. Das gleiche Angebot hat in Jerusalem gemacht, als diese Botschaft zum ersten Mal von den Nachfolgern von Jesus in einer großen Öffentlichkeit bekanntgemacht wurde. Petrus verkündet: Gott hat diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Messias gemacht.

7. Unsere Grenzüberschreitung als Antwort
Tausende hörte damals diese Botschaft auf dem Tempelplatz von Jerusalem. Betroffen fragten sie: ”Was sollen wir tun?” Wenn Gott die Grenze zu uns überschreitet, was sollen wir dann tun? Das kann man sich doch nicht einfach so anhören und wieder nach Hause gehen.

Sie bekommen eine Antwort, die uns auch heute gilt: ”Kehrt jetzt um und lasst euch taufen auf Jesus Christus; lasst seinen Namen über euch ausrufen und bekennt euch zu ihm – jeder und jede im Volk! Dann wird Gott euch eure Schuld vergeben und euch seinen Heiligen Geist schenken. Denn was Gott versprochen hat, ist für euch und euere Kinder bestimmt und für alle, die jetzt noch fern sind und die der Herr unser Gott hinzurufen wird.” (Apg.2,38f)

Hören Sie? Das war nicht nur für die Leute in Jerusalem. Auch in Athen. ”… und für alle, die jetzt noch fern sind und die der Herr unser Gott hinzurufen wird”. Das tut Gott bis heute – hier in Bremen und an allen Orten, wo Sie jetzt zuhören. Die Einladung gilt Ihnen. Die eigentliche und entscheidende Grenzüberschreitung hat Gott vollzogen. Wollen Sie jetzt weiter Grenzen aufrichten, hinter denen Sie sich von Gott abgrenzen.

Ja, es ist auch eine Grenzüberschreitung, wenn Sie Jesus vertrauen und sich ihm zuwenden. Sie verlassen dann den eingegrenzten Bereich, in dem selbsternannte Götter regieren: Sie selbst, Menschen, denen Sie hörig sind, das Geld, Geltungssucht, Machtstreben, astrologische Bindungen, Satansverehrung. Es vollzieht sich ein Regierungswechsel in Ihrem Leben, wenn Sie sich zu Jesus hinwenden.

Dazu lade ich Sie ein. Sie haben den Ruf Gottes gehört. Ich bitte Sie, auch öffentlich erkennbar Ihre Antwort zu geben. So wie es 3.000 Menschen in Jerusalem taten. Sie hörten den Ruf: ”Lasst euch retten vor dem Strafgericht, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird!”  Viele nahmen das Wort an, lesen wir. Es waren 3.000, aber es ging Gott um jede und jeden einzeln. Sie denken vielleicht: Ja, wenn es so viele sind, dann ist das einfach.

In Athen waren es nur sehr wenige. Die meisten haben über die Botschaft von Jesus gespottet und gelacht. Andere haben höfliches Interesse gezeigt und die Sache auf eine unbestimmte Zukunft verschoben. Die berühmte lange Bank. Nur einige Leute glaubten der Einladung zu Jesus. Ein Ratsherr Dionysius und eine Frau Damaris werden namentlich genannt. Wenige andere kamen dazu.

Gott möchte, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Darum hat er die Grenze zu uns überschritten. Jetzt bitte er Sie um Ihre Antwort.

Ruf nach vorne.   Treffpunkt ”Fisch”.

Predigt von Ulrich Parzany, 25. März 2000
Gottes grenzenlose Liebe
Szene: Nichts ist umsonst Eva Maria Admiral und Eric Wendlin

Deshalb ist Weihnachten in Deutschland das wichtigste Fest. Menschen aus vielen Ländern Europas sind heute mit uns verbunden. Weihnachten hat sicher auch bei Ihnen ein Bedeutung. Aber in Deutschland ist Weihnachten ein besonderes fest – auch für Leute, die mit dem Christentum nicht viel anfangen können. Es ist das Fest der Geschenke. Das Fest der süßen Rache und Revanche. Mit Geschenken zahlen wir heim, dass wir beschenkt worden sind. Das ist sicher in den Nachbarländern ganz anders, ein typisch deutsche Unart? Allerdings ist Eva-Maria Österreicherin und Eric ist Schweizer. Vielleicht haben wir es doch mit einem internationalen, einem typisch menschlichen Problem zu tun.

”Ich will nicht, dass jemand so nett zu mir ist, wenn ich nicht so nett zu ihm bin.” sagt sie. Und: ”Du weißt doch, wie die Leute sind. Sie erinnern sich genau…” Alle machen solche Listen, wenigstens in Gedanken.
Ich fürchte, wir würden im Ernst nie zugeben, dass es so ist. Nur lachend erkennen wir die traurigen Wahrheiten unseres Lebens.
”Werd doch endlich erwachsen. Nichts wird ohne Gegenleistung gegeben. Nichts ist umsonst.” sagt sie zu ihrem Mann. Das ist Erwachsenwerden: Wir lassen uns nichts schenken, ohne uns zu revanchieren. Wenn wir das nicht können, fühlen wir uns klein gemacht, erniedrigt, gedemütigt.

Unsere Sorge ist immer, wie wir etwas größer sein können als andere. Das ist eine alte Sorge. Sogar im Team der Nachfolger von Jesus gab es dieses Problem. Sie diskutierten mal über die Streitfrage: Wer ist der Größte im Himmelreich? Man sieht, auch Religion schützt nicht vor Eitelkeit. Im Gegenteil, sie ist ein besonderes Betätigungsfeld für unseren Ehrgeiz. Im sozialen und religiösen Milieu wirken die Pfauen besonders edel. Man versucht die Eitelkeit unter dem Mantel der Nächstenliebe und Frömmigkeit zu verstecken, damit es nicht ganz so peinlich wirkt.

Merkwürdige Sorge. Aber Vergleichen ist eine beliebte Tätigkeit. Daraus beziehen wir unser Selbstwert­gefühl. Solange wir etwas besser, reicher, erfolgreicher, größer als andere sind, fühlen wir uns gut.

1. Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie Kinder
Jesus präsentiert seinen Freunden ein Kind und gibt eine klare Wegweisung (Mat. 18,3):
“Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.”

Nun werden Sie sagen: ”Wer will schon ins Himmelreich kommen? Wo ist das überhaupt?” ”Himmelreich” das ist eine Umschreibung für den Herrschaftsbereich Gottes, für Leben unter Gottes Einfluss, Fürsorge und Schutz. Das heißt schöpferisches Leben mit Würde und Größe, Zukunft und Reichtum, in Gemeinschaft. Im besten Sinn erfülltes Leben.

Wieso muss man wie ein Kind werden, um ein solches Leben zu gewinnen. Was ist der Vergleichspunkt bei den Kindern? Sind sie unschuldig und rein?  Das wäre keinem beim Betrachten des kleinen Dreckspatzen eingefallen, den Jesus herangepfiffen hatte. Die Kinder spielten nämlich damals im naturbelassenen Dreck der Gosse. Ist kindlich sowas wie kindisch? Sollen wir alle Lebenserfahrung vergessen? Das kann’s doch nicht sein.

Das wichtigste Kennzeichen der Kinder ist ihr unglaubliches Vertrauen. Und sie haben eine weitere einzigartige Fähigkeit: Sie können sich beschenken lassen. Ohne diese Fähigkeit könnten sie gar nicht leben. Alles, was wir zum Leben wirklich brauchen, kann man nämlich nicht kaufen, sondern bekommt man geschenkt. Bei der Geburt das physische Leben. Die notwendige Zuwendung als Kind. Die Liebe, das Vertrauen. Die Luft zum Atmen. Nicht kann man kaufen oder sich verdienen.

Das ist manchen nicht richtig klar, die meinen, sie hätte ihr Leben vor allem sich selber zu verdanken. Dieses Verhalten färbt auf die ganze Lebenseinstellung ab. Auch wenn es um Religion geht. Wenn ich jemanden frage: ”Sind Sie Christ?” Bekomme ich in der Regel die Antwort: ”Ich versuche es zu werden.” Man ist bescheiden. Man möchte nicht hochmütig wirken. Kann man mehr sagen, als dass man sich recht und schlecht bemüht?
Sehen Sie, es gilt als Kennzeichen eines Christen, dass er etwas Gutes tut. Aber wer will damit einfach so angeben? Jesus sagt, dass es ganz anders ist.  Nur wenn wir uns wie Kinder beschenken lassen, werden wir unter Gottes gutem Einfluss leben. Sich beschenken zu lassen, das ist das Kennzeichen des Christen.

2. Geschenke, die nicht erniedrigen
Warum tun wir uns so schwer, uns beschenken zu lassen. Als Erwachsene müssen wir nachweisen, dass wir selbständig leben können. Wenn wir als Geschenke angewiesen sind, dann sind wir unselbständig. Wir fühlen uns wie Bettler. Wenn uns jemand gönnerhaft von oben herab beschenkt, dann fühlen wir uns erniedrigt. Wir wollen grundsätzlich in der Lage sein, dasselbe Maß auch dem anderen zu schenken. Damit weisen wir nach, dass wir auf dessen Geschenk nicht angewiesen sind. Wir könnten auch ohne leben.

Nun geht es bei Gottes Geschenk aber nicht um irgendeinen überflüssigen Luxus. Es geht um’s Lebensnotwendige. Ohne Gottes Zuwendung können wir nicht leben. Und wir können dieses Geschenk auch nicht verdienen oder angemessen erwidern. Muss es deshalb demütigend sein?
Gott schenkt nicht gönnerhaft von oben herab.  Aus Liebe und Wertschätzung kommt er in unsre Welt. Gott wird Mensch. Er gibt seine Herrlichkeit auf. Weil wir ihm so wichtig sind, läßt er sich verachten. Bis heute wird Jesus verachtet. Respekt haben wir doch nur vor denen, die uns zwingen, stramm zu stehen. Jesus wird belächelt, weil er den Weg der sich opfernden Liebe geht.

Er kommt als Herr und Richter der Welt und läßt sich nicht bedienen, wie es ihm zusteht. Er dient, indem er sein Leben in Leiden und Sterben hingibt. Er sagt selbst, dass er dadurch ein Lösegeld für uns Menschen sein will. Er stirbt am Kreuz. Gott selbst stirbt unsern Tod. Das kann keiner sonst für uns tun. In der Auferstehung von Jesus wird das bestätigt.
Dieses Geschenk ist für uns eine riesengroße Ehre. Das erniedrigt uns nicht. Das richtet uns auf.

Ich hatte im letzten Sommer eine bewegende Begegnung mit dem Premierminister Polen, Jerzy Busek. Er nahm mit seiner Familie an einer christlichen Konferenz im Süden Polens teil. Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen frühstückten wir zusammen im Kreis der verantwortlichen Mitarbeiter. Der Premierminister nahm den Laib Brot und schnitt uns anderen die Scheiben ab und verteilte. Das war eine schöne Geste. Der Regierungschef schneidet fürsorglich das Brot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich wünschte uns, dass wir in unseren Ländern Regierungen haben, die so den Bürgern dienen und nicht zuerst sich selbst bedienen. Diese Aufgabe ist heute schwer genug.

Wieviel großartiger und ehrenvoller für uns ist, wenn Gott selbst uns dient. Jesus hat gesagt, dass er das Brot des Lebens ist. Er teilt sich selber als Nahrung für uns aus. Dann gibt er uns sein Wort in der Bibel. Jeder soll es lesen können. Gott gibt sein Versprechen schwarz auf weiß. Er liefert es damit auch jedem Missbrauch aus. Man kann es im Bücherschrank vergessen. Man hat aus Bibelblättern Zigaretten gedreht. Gott riskiert das, weil er auf jeden Fall will, dass wir über seine Liebe zu uns informiert sind. Aber das wichtigste ist doch, dass Jesus am Kreuz für uns stirbt. Das Opfer beweist die Größe der Liebe. ”Ihr seid teuer freigekauft!” sagt die Bibel (1.Kor.6/7).

Jeder Mensch hat seinen Preis. Vor Jahren las ich mal ein Buch mit diesem Titel. Das Buch handelte von Bestechung und Gewalt. Manche verkaufen ihr Gewissen für 50 Mark, andere für 1 Million. Moralisch ist das kein Unterschied.
Es stimmt. Jeder Mensch hat seinen Preis. Die Bibel sagt: (1.Petrus 1,18-19) ”Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.” Oder eine andere Übersetzung: ”Ihr wisst, um welchen Preis ihr freigekauft worden seid, damit ihr nun nicht mehr ein so sinn- und nutzloses Leben führen müßt, wie ihr es von euren Vorfahren übernommen habt. Nicht mit Silber und Gold seid ihr freigekauft worden – sie verlieren ihren Wert – , sondern mit dem kostbaren Blut eines reinen und fehlerlosen Opferlammes, dem Blut von Christus.”

Verstehen Sie, warum wir wie Kinder werden sollen, warum wir endlich wieder bereit werden sollen, uns von Gott beschenken zu lassen. Das ist unser Leben! Vielleicht zweifeln Sie, ob Ihnen dieses Geschenk wirklich gilt.

3. Wie grenzenlos kann Liebe sein?
Unsere Liebe hat ihre Grenzen. Wir lieben natürlich die Liebenswerten. Wir sind bereit, auch Liebe zu riskieren, wenn wir noch nicht wissen, wie die andere Person reagiert. Wenn wir enttäuscht werden, dann schlägt Liebe in Ablehnung, manchmal sogar in Hass um.

Die Prinzen haben vor ein paar Jahren gesungen ”Du musst ein Schwein sein in dieser Welt, du musst gemein sein in dieser Welt”. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Und viele praktizieren das ganz cool. Kann man Menschen auch noch lieben, wenn sie wie Schweine sind?

Ich bekomme Briefe, die voller Bitterkeit und Hass gegen Menschen sind. Da scheint die Liebe keine Chance mehr zu haben. Das Größte an Gottes Liebe ist, dass er sich überhaupt keine Illusionen über uns macht. Er kennt die dunkelsten und miesesten Gedanken, Worte und Taten in unserem Leben. Und er wendet sich nicht angeekelt ab. Er weiß, wie ernst die Lage ist. Um uns zu retten, reichen nicht ein paar netten Worte. Er übernimmt unser Lebensschicksal und stirbt den Tod, den wir im Gericht des heiligen Gottes eigentlich verdient haben. Er liebt uns grenzenlos

Der erste Empfänger seiner rettenden Liebe ist der hasserfüllte Terrorist, der mit ihm hingerichtet wird: ”Heute wirst du mit mir im Paradies sein.” Die nächsten Adressaten sind seine Mörder: ”Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.” Und dann wird er mit seiner Liebe den harten, fanatisch selbstgerechten Paulus überwinden. Jesus gibt nicht auf. Seine Liebe ist grenzenlos.

Wie groß ist der Radius unserer Liebe? Wir lieben die zu uns gehören, weil uns das auch wieder Vorteile bringt. Gott hat die Welt geliebt, den Kosmos. Das glaubt heute kaum einer. Wir belauern uns misstrauisch. Jeder ist sich selbst der Nächste.

In diesem Jahr kommt die Welt nach Deutschland zu Gast. In zwei Monaten beginnt die Weltausstellung in Hannover. Wir werden dort im Pavillon der Hoffnung die Gastgeber für Hunderttausende sein. Wir möchten Ihnen bezeugen, dass die Liebe Gotte grenzenlos ist. junge Christen aus aller Welt stehen dafür gerade, dass die Liebe Gottes sie erreicht hat und dass sie darum Hoffnung für diese Welt und ihre Menschen haben.

4. Und was ist mit der Zeitgrenze?
Es bleibt die Frage, ob nicht alle Liebe vor dem Tod aufgeben muss. Der Tod ist die Grenze der menschlichen Liebe. Das kann niemand bestreiten. Liebe ohne Grenzen – ist das nur ein Traum, der in kitschigen Filmen und Schnulzen vorkommt, aber an der rauhen Wirklichkeit zerplatzt wie eine Seifenblase?

Die Liebe Gottes hat in dem gekreuzigten Jesus Gestalt gewonnen. Aber mit der Auferstehung von Jesus bricht die Liebe durch die Todesmauer. Sie wird zur grenzenlosen Liebe.

Paulus kann deshalb herausfordernd gewiss schreiben: ”Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt… Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.” (Röm.8,34.38f)

Es gibt keine Grund zu resignieren. Sie dürfen Hoffnung für sich selbst und andere fassen, weil die Liebe Gottes auch vom Tod nicht klein zukriegen ist. Wir haben eine Zukunft über den Tod hinaus.

5. Die Antwort ist Gegenliebe.
Liebe kann ich nicht theoretisch kennen lernen. Ich muss mich ihr öffnen, sie wirken lassen. Dann weiß ich, was und wie sie ist. Die Wirkung ist verblüffend.

Jesus war zu Gast in einem Haus. Er sprach und aß mit den Menschen. Ein Zeichen der Liebe Gottes! Da kommt eine Frau zu ihm und gießt eine Flasche mit sehr teurem, echtem Parfum über ihn. Das ganze Haus ein Duft (Salbung Jesu in Bethanien Mat.26,6-13) Die Mitarbeiter von Jesus regen sich furchtbar auf über die ärgerliche Verschwendung. Nutzlos, unsozial, verrückt, zu emotional, peinlich finden sie. Political Correctness: Man hätte es für die Armen geben können Warum geben Sie dann nicht?
Jesus sagt (V.13): Wo dies Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. Sie hat Liebe erfahren. Die löst bei ihr Gegenliebe aus. Und die ist verschwenderisch und etwas verrückt. Vielleicht sagen das auch einige Leute von Ihnen heute Abend, wenn sie mit dankbarer Gegenliebe auf die Liebe von Gott reagieren.

6. Rausfinden, ob’s stimmt!
Liebe erfahren wir nur, wenn wir sie uns gefallen lassen, wenn wir uns voll Vertrauen öffnen und sie wirken lassen.
Dazu lade ich Sie jetzt ein.
Das Kreuz ist das Markenzeichen der Liebe Gottes. Deshalb soll es heute unser Treffpunkt sein.

Auswertung ProChrist 2000 BONN
Zwei Veranstaltungen:
1. EMA-Veranstaltung mit (CG, CLW,CVJM,EFG,ELIM,REK,WKG)
2. FeG -Veranstaltung

Sonntag, 26. März 2000

Tage
Alle
19.3. 20.3. 21.3. 22.3. 23.3. 24.3. 25.3.
Gesamtzahl Besucher (EMA)
2073
400
215 240 240 250 328 400
Gesamtzahl Besucher (FeG)
1870
310
230 260 260 260 270 280
Gesamtzahl Besucher (Alle)
3943
732
468 524 525 536 625 708
Davon Gäste (EMA)
690
120 60 70 80 90 130 140
Davon Gäste (FeG)
935
155 115 130 130 130 135 140
Davon Gäste (Alle)
1625
175 175 200 210 220 265 280
Davon Ausländer
225
20
15 30 40 30 40 50
Davon Kinder (geschätzt)
17
0 0 0 0 0 9 8

Nur EMA:

Kontaktkarten (männliche Besucher) Entscheidung Erneuerung Interesse Sonstiges
Kinder bis 13 J 0 0 0 0
14 – 30 Jahre 6 0 0 0
30 – 44 J 6 0 0 0
45 – 59 J 0 0 0 0
über 60 J 1 0 0 0
Kontaktkarten (weibliche Besucher) 0 0 0 0
Kinder bis 13 J 1 0 0 0
14 – 30 Jahre 4 2 0 0
30 – 44 J 2 0 0 0
45 – 59 J 0 0 0 0
über 60 J 0 0 0 0
Summe 22 20 2 0 0
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