Weltjugendtag in Köln 2005

Ein Freikirchler engagiert sich für den Weltjugendtag

„Wir sind gekommen, um IHN (Jesus)  anzubeten“ (Matthäus 2,2) war das Motto des Weltjugendtages.

Als Freikirchler und Mitglied einer Internationalen Gemeinde (CLW, Bonn) habe ich mich gerne als Herbergsgeber engagiert. Ich bekam vier Priester zugeteilt, die mit 120 spanischen Jugendlichen nach Bonn gekommen waren. Das Pfarrheim unseres Stadtteils konnte den Ansturm kaum fassen. Die ausgelassene Fröhlichkeit und Freude war überwältigend und es war keineswegs nur Partystimmung, wie Zeitungen anfangs noch meinten. Nein diese Jugend war wirklich wegen Jesus gekommen um IHN anzubeten. Mit meinen Gästen, den leitenden Priestern habe ich ausführlich darüber gesprochen
Ich erlebte ein ansteckend fröhliches Christsein und ich war bald von der Tiefe und Echtheit dieses jungen Glaubens überzeugt.

Die ersten zwei Tage blieben alle in Bonn. Frühstück gab es bei mir um 6:30h denn um 7 wollten meine Gäste in der Kirche beten. Dann fuhren sie mit ihren 120 Jugendlichen nach Bonn zu ausführlichen Bibelarbeiten, Kleingruppengesprächen und gemeinsamer Anbetung. Besonders bemerkenswert fand ich, dass unsere zentrale evangelische Kirche selbstverständlich zur Verfügung stand. Das Programm gestaltete hier die Gemeinschaft Emmanuel. Ich hörte dort eine besonders eindrückliche biblische Botschaft eines Professors aus Strassburg über die Sinn und Ziel unseres Lebens „Warum seid ihr hier her gekommen?“ fragte er die Jugendlichen, erläuterte den Heilsweg und lud nachhaltig dazu ein, Jesus persönlich im Gebet zu begegnen, ihm das eigene Leben zu übergeben und ihm nachzufolgen.

Am Nachmittag konnte in vielen Innenstadtkirchen gebetet werden. Besondere Anziehungen hatten dabei die Taize-Gebete in der Bonner Kathedrale. Am frühen Abend versammelten sich zehntausende auf der Hofgartenwiese hinter der Universität zu einem strahlenden Gottesdienst.

Für mich war es wunderbar zu sehen, dass sich so viele Christen in Bonn, Köln und Düsseldorf und im ganzen Umland zusammenzufinden, um gemeinsam zu beten. Es ist wunderbar, wie dadurch plötzlich in allen Medien Gott und der Glaube auftauchen. Angefangen von der Jugendzeitschrift BRAVO, deren Bericht ein XXL-Papst-Poster beiliegt, über RTL, das ein komplettes Neues Testament zum Download auf das Handy anbietet bis hin zur BILD-Zeitung, die den ganze Event mit vielen Aktionen begleitete und eine Million Button verteilte „Wir sind Papst“. Schmunzelnd habe ich selber einen solchen getragen und manchem erläutert, dass schon Luther sinngemäß sagte: “Wir sind Papst, Bischof und Priester, denn Jesus hat uns zu Königen und Priestern gemacht (Offb1:6).
Gerade habe ich die erste Rede des Papstes noch einmal nachgelesen. Ein Ulrich Parzany oder ein Ingolf Ellßel hätten es nicht evangelistischer sagen können:
„Liebe Jugendliche, das Glück, das Ihr sucht, das Glück, auf das Ihr ein Anrecht habt, hat einen Namen, ein Gesicht: Es ist Jesus von Nazareth! … Wer Christus in sein Leben eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts – absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit.“

Freikirchler horchen auf, wenn der Papst wenig später aufruft, die Reliquien der Heiligen Drei Könige im Dom zu „verehren“. Doch Benedikt XVI. erklärt das nahe liegende Missverständnis: „Diese Reliquien sind nur das hinfällige und ärmliche Zeichen dessen, was die Sterndeuter waren. Sie erinnern uns daran, wie die Weisen damals alles hinter sich ließen, um Gott nachzufolgen“

Wir sind gekommen, um IHN (Jesus) anzubeten!  – unter diesem Motto stand der Weltjugendtag.

Ich grübele nach und frage mich, ob wir Freikirchler uns nicht aus „protestantischem Reflex“ zu sehr von manchen katholischen Formulierungen abschrecken lassen – obwohl wir dabei doch inhaltlich das gleiche denken und glauben.

Alles in allem ein großes, segensreiches „Fest des Glaubens und der Begegnung“ mit gewaltiger Resonanz: Neben dem Papst waren etwa 800.000 junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, 600 Bischöfe und 4.000 Journalisten aus aller Welt im Großraum Köln.

Dr. Peter Heyderhoff, Geschäftsführer Ev.Allianz Bonn

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2005, Presse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.