Die Tauffrage

Bei der größten Freikirche bleibt es dabei: Die Säuglingstaufe wird abgelehnt
Baptisten: Erst Bekenntnis, dann Taufe
(Idea Spektrum 21.2.2007)

In Deutschlands größter Freikirche bleibt es bei der Erwachsenentaufe und der prinzipiellen Ablehnung der Säuglingstaufe ‑ trotz vieler Debatten in den letzten Jahren. In den 850 Gemeinden (85.000 Mit­glieder) des Bundes Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden (Bapti­sten‑ und Brüdergemeinden) sollen grundsätzlich nur Christen Mitglie­der werden können, die sich nach einer Entscheidung für den christli­chen Glauben taufen ließen. Eine entsprechende Empfehlung hat das Präsidium der Freikirche auf seiner jüngsten Sitzung in Leichlingen bei Solingen verabschiedet. Der Hin­tergrund: Einige Gemeinden sind dazu übergegangen, grundsätzlich oder in Ausnahmefällen Christen als Mitglieder aufzunehmen, die an der Gültigkeit ihrer Kindertaufe festhalten. „Wir haben es uns mit dieser Empfehlung nicht leicht gemacht,“ sagte Präsident Siegfried Großmann. „Die unter­schiedlichen Meinungen zu For­men der Mitgliedschaft, die in den Gemeinden vorherrschen, finden sich auch im Präsidium wieder.“ Einig sei man sich, dass vom Grundsatz, die bisherige Praxis bei­zubehalten und Mitglieder durch die Glaubenstaufe in die Gemein­den aufzunehmen, nicht abgerückt werden dürfe. Das Präsidium bittet Gemeinden, die aus seelsorgerli­chen Gründen Ausnahmen zulas­sen, künftig um eine einheitliche Vorgehensweise. Vorschläge für eine solche Regelung sollen den Gemeinden auf der Bundesratstagung im Mai in Kassel zur Verfü­gung gestellt werden.
Welche Kirchen nicht an der ACK‑Feier teilnehmen:
Das Präsidium lehnte es ferner ab, dass der Bund an einer geplan­ten Gottesdienstfeier zur gegensei­tigen Taufanerkennung teilnimmt. Mehrere Mitgliedskirchen der Ar­beitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) haben eine ent­sprechende Erklärung unterzeich­net, die von der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz und der EKD erarbeitet wurde. Die Feier soll am 29. April im Magde­burger Dom stattfinden. Neben dem Bund Evangelisch‑Freikirch­licher Gemeinden stimmten auch andere täuferische Freikirchen (wie die Mennoniten und die Pfingstkirchen) und einige orien­talisch‑orthodoxe Kirchen dem Text nicht zu.

(Idea Spektrum 21.2.2007)

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